Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank und Deutsche Bank: Darum fallen die Aktien - und darum könnten sie bald wieder steigen

Für die Aktionäre europäischer Banken scheint derzeit keine Entspannung in Sicht. Auch am Donnerstag geht es wieder abwärts mit den Aktien. Doch ist das nicht langsam übertrieben?


Banken unter Druck: Der Stoxx Europe 600 Banks notiert am Donnerstagmittag mit 1,6 Prozent im Minus und ist damit Schlusslicht im europäischen Branchentableau. Der Index weitete seine jüngsten Verluste damit aus, nachdem er einen Erholungsversuch Mitte März abgebrochen hatte. Seither ging es wieder um rund elf Prozent nach unten. Zum Vergleich: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel im gleichen Zeitraum nur um gut drei Prozent.

Das Niedrigzinsumfeld lastet seit geraumer Zeit auf der Branche. Seit Kurzem machen sich die Anleger zudem auch wieder verstärkt Sorgen über die Kapitalausstattung der Banken. Sobald die Unsicherheit an den Börsen insgesamt wieder etwas zunimmt, rückt die Branche mit diesem Thema in den Fokus.

Schlecht für die Banken sind außerdem die niedrigen Zinsen. So wird die Differenz aus den Zinsen, die die Institute von Kreditnehmern verlangen, und jenen, die sie Sparern zahlen, tendenziell kleiner. Der sogenannte Zinsüberschuss kann also schrumpfen.

Analyst Jeremy Sigee von der britischen Großbank Barclays wies in einer Studie vom Donnerstag zudem darauf hin, dass die europäischen Investmentbanken die Restrukturierungen des Kapitalmarktgeschäfts nach Rückschlägen in den vergangenen beiden Jahren nun mit Nachdruck weiterverfolgen müssten.

Deutliche Verbesserungen seien dabei etwa dank des Rückzugs aus bestimmten Geschäften erkennbar. Dem stünden aber steigende Aufwendungen für faule Kredite sowie höhere Kapitalanforderungen gegenüber. Einen Grund für Schwarzmalerei sieht Analyst Sigee dennoch nicht. Viele der negativen Faktoren sind seiner Einschätzung nach bereits in die Aktienkurse eingepreist.

Reif für die Gegenbewegung

Die Angst vor weiteren Kapitalerhöhungen sollte mittlerweile in den Aktienkursen eingepreist sein. Insgesamt gesehen hat sich das Umfeld für die Banken merklich verbessert – in erster Linie durch die jüngsten Maßnahmen der EZB. Durch noch mehr Liquidität ist eine neue Finanzkrise ziemlich unwahrscheinlich. Commerzbank und Deutsche Bank sind überverkauft und reif für eine Gegenbewegung. Mutige können einsteigen.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Stunde der Wahrheit

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr wohl die größten Rechtsrisiken beseitigt, die auf dem Kurs gelastet haben. Seit der jüngsten Kapitalerhöhung sind zudem die Diskussionen um die Eigenkapitalbasis beendet. Bei Vorlage der Quartalszahlen am kommenden Donnerstag, 27. April, geht es deshalb … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank vor Zahlen: Jetzt zählt es

Die Deutsche Bank veröffentlicht am kommenden Donnerstag, 28. April, die Zahlen zum ersten Quartal. Nach Aussage von CEO John Cryan liefen die Geschäfte für den Konzern zu Jahresbeginn wieder besser, nachdem Rechtsstreitigkeiten in den USA im vierten Quartal 2016 die Bilanz noch verhagelt hatten. … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Risiken schwinden

Deutsche-Bank-CEO John Cryan konnte im vergangenen Jahr mit dem Hypothekenstreit in den USA und der Geldwäscheaffäre in Russland die größten Rechtsrisiken beilegen. Jetzt kann der Konzern einen weiteren Sieg für sich verbuchen: Laut Bloomberg wurden in Russland die Anschuldigungen fallen gelassen, … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Insider kaufen

Mehrere Vorstände der Deutschen Bank haben bei der jüngsten Kapitalerhöhung kräftig zugegriffen. Vorstandsvorsitzender John Cryan übte seine Bezugsrechte vollständig aus und erwarb junge Aktien für 53.357 Euro. Die als Kronprinzen gehandelten Stellvertreter Christian Sewing und Marcus Schenk … mehr