Commerzbank
von Thorsten Küfner - Redakteur

Commerzbank und Deutsche Bank: Wie viel Kapital wird benötigt?

Die 70 wichtigsten Banken Europas müssen bis Ende Juni 2012 ihre Kapitalpolster vergrößern. Eigentlich sollte die EU-Bankenaufsicht die genauen Daten für die einzelnen Institute wie etwa Deutsche Bank oder Commerzbank am Freitag veröffentlichen. Nun müssen die Marktteilnehmer wohl noch bis Ende November warten.

Beim EU-Gipfel in Brüssel wurde neben dem Schuldenschnitt für griechische Staatsanleihen und der Einführung des gehebelten Rettungsschirms auch eine stärkere Kapitalausstattung der Banken beschlossen. Demnach müssen die 70 bedeutendsten Geldhäuser der 27 EU-Staaten ihre Kernkapitalquote bis Ende Juni 2012 auf 9,0 Prozent erhöhen. Wie viel Kapital die Banken hierfür benötigen sollte die Bankenaufsicht EBA eigentlich am Freitag mitteilen. Nun hat allerdings die EBA von den Banken weitere Angaben gefordert. Institute wie etwa die Deutsche Bank oder die Commerzbank müssen sich jetzt wohl bis Ende des Monats gedulden müssen.

Überschaubare Anforderungen

Allerdings sollten die von der EBA geforderten Kapitalspritzen in etwa auf dem Niveau liegen, das die einzelnen Banken bereits selbst errechnet haben. Für deutsche Banken beläuft sich der Kapitalbedarf auf insgesamt 5,2 Milliarden Euro. Den größten Anteil daran dürfte die Commerzbank haben, die sich knapp 2,9 Milliarden Euro beschaffen muss. Konzernchef Martin Blessing will diesen Betrag durch eisernes Sparen, Einbehaltung von Gewinne sowie dem Abbau von Risikopositionen und möglicherweise auch den Verkauf von Randbereichen aufbringen. Staatshilfe will die Commerzbank auf keinen Fall wieder in Anspruch nehmen. Die Ratingagentur Fitch rechnet allerdings damit.

Die Deutsche Bank sollte indes kaum Probleme haben, eine Kernkapitalquote von 9,0 Prozent oder sogar mehr auszuweisen.

Nichts für schwache Nerven

Da bei der Commerzbank eine erneute Kapitalerhöhung nicht ausgeschlossen werden kann und sich das Chartbild zuletzt weiter eingetrübt hat, sollten sich hier nur sehr mutige Anleger mit einem engen Stopp engagieren.

Die Aktie der Deutschen Bank bleibt hingegen für risikobereite langfristig orientierte Anleger ein Kauf. Der Stopp sollte bei 23,50 Euro belassen werden.

Konservativere Anleger sollten bei Bankaktien hingegen weiterhin zunächst abwarten.

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