Commerzbank
- Fabian Strebin - Redakteur

Commerzbank und Deutsche Bank: Steht die Fusion kurz bevor?

Immer wieder keimen Spekulationen über eine Fusion der Commerzbank mit der Deutschen Bank auf. Zuletzt wurde bekannt, dass sich Vertreter des Bundesfinanzministeriums im vergangenen Jahr wiederholt mit Deutsche-Bank-Managern getroffen haben. Doch das war offenbar nicht alles.

Auch mit Leuten vom US-Finanzinvestor Cerberus bestand enger Kontakt. Das ist deshalb besonders interessant, weil Cerberus sowohl bei Deutscher Bank, als auch bei Commerzbank einer der Großaktionäre ist. Damit verstärkt sich das Bild, dass der Bund hinter den Kulissen eine Fusion vorantreibt, auch wenn viele Investoren und Experten Zweifel plagen, ob man aus zwei Kranken einen nationalen Champion machen kann.

Noch ein Jahr Zeit?

Analyst Markus Rießelmann von Independent Research sagt gegenüber der Berliner Morgenpost, dass „offensichtlich etwas dran“ sei an den Fusionsgerüchten. Wahrscheinlich gewähre man den beiden Banken noch ein Jahr Zeit zur Umstrukturierung. Denn beide Konzerne befinden sich im Umbau. Ist die Trendwende im Investmentbanking der Deutschen Bank dann nicht geschafft, dürfte der Bund einen Zusammenschluss wohl stärker vorantreiben.

Theoretisch machbar

Auf dem Papier rechnet sich eine Fusion zumindest. Nach hohen Anlaufkosten könnte viel Geld gespart werden, vor allem in der Zentrale, wo wohl Zehntausende Stellen wegfallen würden. Die Experten von Morgan Stanley erwarten, dass „mindestens 30 Prozent der Kostenbasis der Commerzbank“ eingespart werden könnten. Ab 2022 könnte eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von acht Prozent verdient werden, was den Kapitalkosten entspricht. Wichtiger sind aber noch die politischen Motive: Die deutschen Unternehmen sollen nicht von amerikanischen oder chinesischen Banken abhängig sein.

Aktie meiden

Die Politik hat ein vitales Interesse an einer starken deutschen Bank. Die wiederholten Fusionsgerüchte konnten aber immer nur für eine kurze Erholung bei der Commerzbank sorgen. Denn operativ läuft es für eine nachhaltige Erholung einfach zu schlecht. In den ersten neun Monaten 2018 brach der operative Gewinn bereits um 30 Prozent ein. Wie das Gesamtjahr verlaufen ist, wird sich am 14. Februar zeigen. Derzeit sollte von einem Investment Abstand genommen werden.

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  • Christoph Meyer -
    Wenn ich mir so die Credit Default Swaps (CDS) vieler Banken anschaue, wird mir ganz anders.

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| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

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