Deutsche Bank
- Thorsten Küfner - Redakteur

Commerzbank und Deutsche Bank: Nur noch 15 Tage …

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bankenaufsicht EBA wollen die Ergebnisse ihrer umfassenden Bankentests am 26. Oktober veröffentlichen. Um 12.00 Uhr mittags soll in Frankfurt beziehungsweise London über das Abschneiden der größten europäischen Banken informiert werden. Das gaben EZB und EBA am Freitag bekannt. An diesem letzten Sonntag im Oktober wollen sich auch Bafin und Bundesbank als nationale Aufsichtsbehörden äußern. In den vergangenen Monaten durchleuchteten Tausende EZB-Experten, nationale Aufseher und externe Wirtschaftsprüfer mit gewaltigem Aufwand die Bilanzen der Banken, auf der Suche nach möglichen Altlasten oder Kapitallöchern. Verknüpft wurde dieser Bilanzcheck mit einem Stresstest. Dabei wurde simuliert, ob die Institute im Falle eines Wirtschaftseinbruchs und eines Absturzes der Immobilienpreise ausreichend Kapital haben, um ihr Geschäft fortzuführen.

130 Institute unter der Lupe

Die EZB nahm dabei nach aktuellen Angaben 130 Banken im Euroraum unter die Lupe. Darunter sind 23 deutsche Institute plus der Deutschland-Ableger der schwedischen SEB. Die EBA als europäische Bankenaufsicht überprüfte auch EU-Banken in Nicht-Euro-Staaten, etwa im wichtigen Bankenmarkt Großbritannien.
Hintergrund der umfassenden Prüfungen ist der Start in die neue europäische Bankenunion: Am 4. November übernimmt die EZB die zentrale Aufsicht über die 120 führenden Banken im Euroraum. Das soll die grenzübergreifende Kontrolle verbessern und Risiken bei einzelnen Instituten oder in bestimmten Marktsegmenten frühzeitig offenbaren.

Zwei Wochen Zeit zum nachbessern

Die Banken selbst will die EZB 48 Stunden vor Veröffentlichung der Daten aus Bilanzcheck und Stresstest über ihre endgültigen Resultate informieren. Sollten die Prüfungen Kapitallöcher aufzeigen, müssen die betroffenen Institute binnen zwei Wochen nach Veröffentlichung der Ergebnisse der EZB Pläne vorlegen, wie sie diese stopfen wollen.

 

Keine Sorge – und keine Eile

Die Chancen, dass die Deutsche Bank oder die Commerzbank durch den Stresstest rasselt, sind eher gering. Mit einem Einstieg bei den DAX-Titeln sollten Anleger wegen des mauen Marktumfelds und der trüben Chartbilder eher abwarten, zumal die Commerzbank-Bewertung ohnehin sehr hoch ist. Investierte Anleger beachten die Stoppkurse bei 21,50 Euro (Deutsche Bank) und 9,80 Euro (Commerzbank).
(Mit Material von dpa-AFX)

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