- Thorsten Küfner - Redakteur

Commerzbank startet in entscheidende Woche

Für die Commerzbank beginnt eine der wohl wichtigsten Wochen der Firmengeschichte. Aller Voraussicht nach entscheidet sich spätestens Freitag, ob der Staat der Commerzbank erneut unter die Arme greifen wird oder nicht. Wie sollten sich Anleger nun verhalten?

Die Commerzbank muss in dieser Woche der BaFin und Finanzminister Wolfgang Schäuble erläutern, wie es gelingen soll, die von der europäischen Bankenaufsicht EBA ermittelte Kapitallücke von ursprünglich 5,3 Milliarden Euro zu schließen. Neben der bereits bekannten Reihe von Maßnahmen (siehe unter: Commerzbank: Kann Schäuble überzeugt werden?) denkt der DAX-Konzern nun offenbar auch darüber nach, seine Mitarbeitern anstatt mit Boni mit eigenen Aktien auszuzahlen. Dadurch könnte der Bankenriese wohl einen höheren Gewinn für das abgelaufene Jahr ausweisen. Im Jahr 2010 hatte die Commerzbank Boni beziehungsweise variable Vergütungen in Höhe von 437 Millionen Euro ausbezahlt.

Griechenland das Zünglein an der Waage?

Es besteht allerdings auch weiterhin die Chance, dass die anhaltenden Probleme in Griechenland der Commerzbank einen Strich durch die Rechnung mit ohnehin schon vielen Unbekannten machen. Denn wird ein höherer Haircut auf griechische Staatsanleihen fällig oder kommt es tatsächlich doch noch zur Staatspleite, würde dies das Ergebnis der Commerzbank erheblich belasten und die Kapitallücke dadurch noch größer werden. Zudem besteht dann auch natürlich das Risiko, dass auch wieder die Anleihenkurse anderer hoch verschuldeter Eurostaaten wie etwa Portugal, Irland oder Italien ebenfalls wieder in die Knie gehen.

Konservative warten ab

Mutige Anleger können schon jetzt darauf setzen, dass es der Commerzbank gelingen wird, die Kapitallücke aus eigener Kraft zu schließen. Der Stopp sollte bei 0,90 Euro platziert werden.

Konservative Anleger sollten hingegen weiterhin außen vor bleiben und abwarten bis klar ist, ob die Commerzbank weitere Staatshilfen benötigt und ob weitere Verluste für griechische Staatsanleihen drohen. So lange diese Fragen nicht geklärt sind, bleibt der DAX-Wert weiterhin ein Spielball für Zocker.

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