Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank: Kommt jetzt die Revolution?

Die Commerzbank hat mit ihren Zahlen für das zweite Quartal die Anleger enttäuscht. Nun regt sich Widerstand gegen den Mann, der die Bank lange geprägt hat. Investoren stellen das Geschäftsmodell infrage.

Ist Klaus-Peter Müller der Hauptschuldige für die Commerzbank-Misere? Nach Einschätzung einiger Investoren ja. Geht es nach ihnen, soll der Aufsichtsratschef noch vor 2018 seinen Posten räumen. „Es wäre gut, wenn Klaus-Peter Müller möglichst bald gehen würde“, zitiert das Handelsblatt einen Anleger. Der neue Chef Martin Zielke sei ein guter Mann. Aber es sei gut, wenn er einen „neuen Aufsichtsratschef als guten Sparringspartner“ erhalte. Der Grund für die Eile: Das Geschäftsmodell der Commerzbank funktioniere erkennbar nicht mehr.

Ohne Frage: Bei der Commerzbank wird sich noch einiges ändern müssen, damit die Bank wieder in die Erfolgsspur zurückkehrt. Es wird radikale Maßnahmen brauchen, um die Kosten zu senken. Denn die sind im internationalen Vergleich immer noch viel zu hoch. Die Cost-Income-Ratio liegt derzeit bei 82 Prozent. Zum Vergleich: Die Cost-Income-Ratio der US-Banken liegt im Schnitt bei 59 Prozent.

Für die Commerzbank und für die meisten Banken in Europa heißt das Motto für die nächsten Jahre demnach: Sparen, sparen, sparen. Noch mehr Filialen müssen geschlossen werden, die übriggebliebenen Filialen müssen noch gezielter auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt werden. Ein gutes Vorbild ist die Commerzbank-Tochter MBank. Hier sind Filialen Showräume, in denen die Bank Werbung macht für ihre Produkte. Der Vertrieb findet im Internet steht. Das spart Kosten ohne Ende.

Nur „Halten“

Mit den enttäuschenden Zahlen fürs zweite Quartal hat die Commerzbank einiges an Vertrauen verspielt. Die Aktie ist derzeit nicht mehr als eine Halte-Position.

(Mit Material von dpa-AFX)


 

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