Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank: Kampfansage an die Konkurrenz

Die Commerzbank will dem Trend zu massenhaften Filialschließungen in Deutschland weiter trotzen. Die Ziele für 2020 sind ehrgeizig, aber zu schaffen. Die Aktie steht allerdings weiter im Bann der Griechenland-Krise.

"Wir wollen wachsen und der Konkurrenz Marktanteile wegnehmen", sagte der für private Kunden zuständige Bereichsvorstand Michael Mandel am Donnerstag in Frankfurt. "Schließen ist keine Wachstumsstrategie."

Durch die Bankenbranche rollt angesichts der wegen der niedrigen Zinsen wegbrechenden Erträge und des Trends zu einem zunehmend digitalen Bankgeschäft eine Welle von Filialschließungen. So hat die Unicredit-Tochter HypoVereinsbank in den vergangenen zwölf Monaten 240 seiner zuvor 580 Standorte dicht gemacht. Die Deutsche Bank will rund ein Drittel ihrer rund 730 Standorte aufgeben.

Mandel betonte, sich aus dem Markt zurückzuziehen, sei aus seiner Sicht die falsche Lösung für die Probleme der Branche. Die Commerzbank habe mit ihrer Ende 2012 veränderten Strategie im zuvor lange schwachen Privatkundengeschäft den Umbruch geschafft. Begleitet von einer Werbeoffensive hatte das Institut unter anderem interne Strukturen, aber auch seine Kundenberatung verändert. "Das Geschäftsmodell funktioniert wieder", sagte Mandel.

Die Bank hat nach eigenen Angaben ihre Kundenzahl um 643.000 auf 11,5 Millionen gesteigert. Seit Beginn dieses Jahres kamen allein 111.000 hinzu. Ziel ist es, bis Ende 2016 eine Million Kunden zu gewinnen.

Fairer Wert bei 14 Euro

Bis 2020 will die Commerzbank unter anderem die Kosten bei den steigenden Gehältern und den immer strengeren Vorschriften stabil bei rund 700 Millionen Euro halten. Dazu will die Commerzbank ihre Produkte vereinfachen und deren Zahl von derzeit rund 460 halbieren. Wer Martin Blessing kennt, weiß: Das wird der Commerzbank-Chef schaffen. Sollte die Griechenland-Krise ein positives Ende nehmen, dann sollte sich die Commerzbank-Aktie mittelfristig ihren fairen Wert bei 14 Euro erreichen. Investierte Anleger bleiben dabei und setzen den Stopp bei 10,80 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank und Commerzbank: Viel zu teuer

Das Referendum in Italien am kommenden Sonntag sorgt an den Märkten für Nervosität. Nicht nur italienische Bankaktien wurden in den vergangen Tagen abverkauft. In Deutschland standen auch die Commerzbank und die Deutsche Bank auf der Abschussliste der Anleger. Egal wie die Abstimmung in Italien … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Ausgestoppt!

Das Referendum in Italien wirft seine Schatten voraus: Am nächsten Sonntag stimmen die Südländer über eine Verfassungsreform ab und damit über die politische Zukunft von Premier Matteo Renzi. Scheitert die Abstimmung, könnte Renzi zurücktreten. Die eurokritische Partei 5-Sterne liegt derzeit in … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Hier winken satte Gewinne

Die Commerzbank erfindet sich gerade neu. Mit den Zahlen zum abgelaufenen Quartal hat CEO Martin Zielke gezeigt, dass die Bank auf einem guten Weg ist. Eine Fusion mit dem Kundengeschäft stehe derzeit nicht auf der Agenda, so Commerzbank-Vorstand Michael Mandel gegenüber dem Handelsblatt. Vielmehr … mehr