- Stefan Limmer - Redakteur

Commerzbank im Rallyemodus: Die Hintergründe

Die Commerzbank-Aktie zählt am Freitag im Handelsverlauf mit einem Plus von rund vier Prozent zu den stärksten Aktien im DAX. Durch das Kursplus wurde ein frisches Kaufsignal ausgelöst. Für gute Stimmung sorgt das Ende der Rechtsstreitigkeiten in den USA.

Zwar ist die Vergleichssumme von 1,45 Milliarden Euro relativ hoch, jedoch war dies bereits in den vergangenen Tagen bekannt geworden und somit keine Überraschung mehr. Analysten begrüßten, dass der über viele Jahre gehende Rechtsstreit jetzt endlich zu Ende ist. Die teilverstaatlichte Bank könne sich nun wieder aufs Geschäft konzentrieren, sagte Analyst Philipp Häßler von der Investmentbank Equinet. Er bemängelte jedoch - wie auch sein Kollege Benjamin Goy von der Deutschen Bank - die negativen Auswirkungen auf die Bilanz 2014. 

Da die fälligen Zahlungen nicht in voller Höhe von den bisherigen Rückstellungen abgedeckt werden, muss das Institut den Gewinn für das vergangene Jahr um 338 Millionen Euro revidieren. Die Bank selbst hatte zuletzt allerdings schon angekündigt, dass sie mit einer rückwirkenden Belastung rechnet. Diese greift zudem die Kapitaldecke der Bank an. Da diese derzeit wegen der künftig strengeren Regeln im Fokus stehen, ist dies für Analyst Häßler der größte negative Aspekt. 

Daumen hoch

Analyst Guillaume Tiberghien von der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas hingegen stockte seine Gewinnprognosen für 2015 nun deutlich auf. Er hatte bisher damit gerechnet, dass der US-Vergleich das Ergebnis im ersten Quartal mit 522 Millionen belastet. Da die Bank die Kosten noch in der Bilanz 2014 verbuchen konnte, sei das jetzt nicht mehr notwendig. Er erhöhte deshalb sein Kursziel leicht auf 12,90 Euro, bestätigte aber seine "Neutral"-Einschätzung.

Abwärtstrend ade

Mit dem Kurssprung ist der seit April 2014 gültige Abwärtstrend Geschichte. Bleiben die Bullen am Steuer, wäre vorerst Luft bis in den Bereich von 13 Euro. Darüber wartet der nächste Widerstand erst wieder beim 52-Wochen-Hoch. Auch fundamental läuft es bei dem Geldhaus wieder besser. Die Commerzbank konzentriert sich vermehrt auf die Kernbereiche und auch die Kundenzahl nimmt zu. Mit einem 2015er-KGV von 12 ist die DAX-Aktie zudem moderat bewertet. Das Kursziel des AKTIONÄR lautet 14 Euro.

(mit Material von dpa-AFX)

 

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