- Jochen Kauper - Redakteur

Commerzbank erneut unter Druck – Frankreichs Banken in der Zwickmühle

Nach einem kurzen Strohfeuer tauchen die Börsen erneut ab. Zu den größten Verlierern zählen erneut die Aktien der Finanzinstitute. Das Finanzdrama in Athen hat vor allem Frankreichs Großbanken erfasst.

Das Finanzdrama in Athen hat vor allem Frankreichs Großbanken erfasst. Auslöser waren zuletzt Spekulationen über eine bevorstehende Zahlungsunfähigkeit Griechenlands. Weiterhin hat Moody's angekündigt, die Bonität der französischen Finanzinstitute zu überprüfen. Die Ratingagentur hatte die drei größten börsennotierten Banken Societe General, Credit Agricole und BNP Paribas am 15. Juni mit einem negativen Ausblick versehen. Damit nähere sich das Drei-Monats-Fenster seinem Ende.

Geringe Risikovorsorge

Analysten bemängeln in erster Linie die Tatsache, dass französische Banken nur Rückstellungen von rund 21 Prozent auf ihre Griechenland-Engagements gebildet hätten. Andere Banken seien dagegen viel aggressiver zu Werke gegangen und hätten ihre Bestände um bis zu 50 Prozent abgeschrieben.

Frankreich im griechischen Schuldensumpf - keine Teilverstaatlichung der Banken

Am stärksten unter die Räder kam die Societe Generale. Seit Jahresbeginn ist der Börsenwert um mehr als die Hälfte gefallen. Frankreichs Industrieminister Eric Besson dementierte am Montag Spekulationen über eine Teil-Verstaatlichung der Finanzinstitute. „So eine These heute anzusprechen, erscheint mir nicht nur völlig verfrüht, sondern auch am Ziel vorbeizuschießen', erklärte er gegenüber dem TV-Sender BFM.  Händlern zufolge machen sich Sorgen breit, dass den Banken die Tür zu den US-Kapitalmärkten zur Finanzierung zugeschlagen wird.

Märkte nervös

Zu Handeslbeginn hatte ein Bericht der Financial Times noch für ein kurzes Strohfeuer gesorgt. Demnach sei die italienische Regierung seit Wochen in engen Verhandlungen mit Vertretern chinesischer Investmentfonds über den Kauf italienischer Staatsanleihen. Im Verlauf des Vormittagshandels kamen Zweifel auf, ob sich Peking tatsächlich zu derartigen Investitionen durchringen werde.

Kein Kauf

Finanzwerte befinden sich weiterhin nahezu im freien Fall. Die starken Verluste bei den französischen Banken haben auch die Aktien der Commerzbank sowie der Deutsche Bank erneut ins Minus gedrückt. Nach wie vor sind diese Papiere nichts für konservative Anleger. Für neue Investments sollte eine Marktberuhigung abgewartet werden.

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