Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank, Deutsche Bank und Co: Riesige Kapitallücke droht

Ärger für die europäischen Banken. Den Instituten droht bei schärferen Regelungen zu Staatsanleihen laut Experten eine Kapitallücke in Milliardenhöhe. Die Aktien geraten unter Druck.


Im Extremfall müssten die EU-Geldinstitute ihr Kapitalpolster um bis zu 171 Milliarden Euro aufbessern, schreibt die Ratingagentur Fitch in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Davon kämen bis zu 135 Milliarden allein auf die Banken der Eurozone zu. Alternativ könnten sich die Geldhäuser in den Euroländern von Staatsanleihen im Umfang von 492 Milliarden Euro trennen.

Bei ihren Berechnungen stützen sich die Fitch-Experten auf bisherige Überlegungen der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der EU-Finanzminister. Diese wollen die Abhängigkeit der Banken von den Finanzen ihrer Heimatstaaten verringern.
Die Geldinstitute müssten die Ausfallrisiken der Staatsanleihen in ihren Bilanzen demnach künftig stärker berücksichtigen. In der Folge müssten sie ihre Kapitalbasis durch die Ausgabe neuer Aktien, die Einbehaltung von Gewinnen oder durch den Abbau von Risiken stärken. Zuvor hatte bereits die "Financial Times" aus der Studie zitiert.

Fitch hat in der Studie fünf Szenarien durchgerechnet: Bei der mildesten angenommenen Regulierung müssten die Banken in der EU ihr Kapital demzufolge um insgesamt 15 Milliarden Euro aufstocken. Im härtesten Szenario wären es 171 Milliarden.

Die größten Banken in der EU wären von der Neuregelung laut Fitch weniger betroffen. Die großen Geldhäuser hätten ihre Investitionen in Staatsanleihen bereits breiter gestreut und ihre Kapitalunterlegung schon nach eigenen Berechnungsmodellen angepasst. Kleinere Banken in schwächeren Staaten müssten sich aber teils deutlich umstellen, da sie häufig besonders viel Geld in Staatsanleihen ihrer Heimatländer angelegt haben. Dies gelte etwa für Geldinstitute in Portugal, Italien und Spanien.

Stopps beachten

Das Sentiment für die Banken hat sich nach den starken Gewinnen vom Dienstag am Mittwoch wieder eingetrübt. Derzeit fehlen einfach die nachhaltigen positiven Impulse. Investierte Anleger bleiben bei Deutscher Bank und Commerzbank dabei und beachten die Stopps bei 13,20 Euro und 6,15 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Chart-Check Commerzbank: Bald bei 9 Euro?

Schaut man nur auf die ersten beiden Tage von 2017, könnte es ein gutes Jahr für die Aktie der Commerzbank werden. Zielstrebig hat sich der Kurs immer weiter bis kurz an die Marke bei 8,00 Euro geschraubt. Und das dürfte noch nicht alles gewesen sein. Auch die Analysten vom Bankhaus Lampe sehen … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Die Roboter kommen

Die Commerzbank setzt voll auf die Zukunft des Privatkundengeschäfts. „Wir haben bisher ein gutes Jahr 2016 hingelegt – sowohl was die Profitabilität als auch das Wachstum angeht“, sagt Privatkundenchef Michael Mandel gegenüber der DPA. „Ich bin zuversichtlich, dass wir über die bereits gewonnenen … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Luft bis 8,50 Euro

Der Konzern-Umbau bei der Commerzbank läuft auf vollen Touren, ein Filialsterben soll es aber nicht geben, sagt Privatkundenvorstand Michael Mandel gegenüber der DPA. „Ein Netz von etwa 1.000 Filialen halte ich nach wie vor für richtig. Ich will auch, dass wir weiterhin rund 1.000 Filialen haben. … mehr