Commerzbank
- Maximilian Völkl

Commerzbank: Das ewige Problem

Eine Berg- und Talfahrt war der Freitag für die Commerzbank. Nachdem die Bankaktie den DAX zunächst anführte, schmolzen die Gewinne im Tagesverlauf komplett dahin, ehe der Titel doch im Plus schloss. Vor allem Aussagen zu einem bekannten Problemkind belasteten den Kurs. Die Container-Schifffahrt wird weiter in der Krise stecken bleiben.

„Es wird noch ein langer und mühseliger Weg sein, bis die Sünden der Vergangenheit und die technologischen Veränderungen verdaut sind“, sagte Commerzbank-Bereichsvorstand Stefan Otto der Börsen-Zeitung. Auch wegen der Flut an billigem Geld rechnet er nicht mit einem schnellen Ende der weltweiten Krise in der Container-Schifffahrt. „Das Ende wird maßgeblich von der wirtschaftlichen Erholung im Euroraum und in Amerika abhängen.“

Wichtig sei aber auch die Vernunft der Schiffseigentümer und deren Bestellverhalten. Das aber stimme ihn skeptisch. Angesichts des Anlagenotstandes gebe es derzeit eine Welle von Neubestellungen. Trotz Verschrottungen alter Schiffe wachse so die Kapazität. Otto sprach von einer ungesunden Entwicklung. „Das Bestellverhalten wird jetzt getrieben von billigem Geld und wird letztlich zu einer Verlängerung der Schifffahrtskrise führen.“

Großes Interesse der Commerzbank

Seit der Finanzkrise liegt die Container-Schifffahrt besonders stark am Boden. Die Frachtraten haben sich bis heute nicht erholt. Viele Reeder können ihre Kredite nicht mehr bedienen. Dabei hat die Commerzbank selbst ein großes Interesse an einer Erholung des Sektors. Ende März war der DAX-Konzern noch mit rund 13,5 Milliarden Euro in Schiffskrediten investiert, davon waren 3,7 Milliarden Euro faul und weitere 3 Milliarden sehr ausfallgefährdet.

Vor einem Jahr hatte die Bank noch insgesamt 18,3 Milliarden Euro in Schiffen investiert. Diese Anlagen gehören zur konzerneigenen Abbausparte und sollen möglichst wertschonend abgebaut werden. Neugeschäft macht die Commerzbank in diesem Bereich nicht mehr.

Kritische Lage

Im Laufe des Freitags ist die Commerzbank-Aktie zwischenzeitlich unter die 200-Tage-Linie gefallen. Bestätigt sich das Verkaufssignal nachhaltig, droht eine weitere Abwärtsbewegung. Das Zwischentief bei 11,185 könnte dann schnell erreicht werden. Ansonsten wird jedoch auch die 12-Euro-Marke wieder interessant. Solange der Chart keine klare Richtung vorgibt, gilt weiterhin: Investierte Anleger halten die Aktie, ein Neueinstieg bietet sich nicht an.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Chart-Check Commerzbank: Bald bei 9 Euro?

Schaut man nur auf die ersten beiden Tage von 2017, könnte es ein gutes Jahr für die Aktie der Commerzbank werden. Zielstrebig hat sich der Kurs immer weiter bis kurz an die Marke bei 8,00 Euro geschraubt. Und das dürfte noch nicht alles gewesen sein. Auch die Analysten vom Bankhaus Lampe sehen … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Die Roboter kommen

Die Commerzbank setzt voll auf die Zukunft des Privatkundengeschäfts. „Wir haben bisher ein gutes Jahr 2016 hingelegt – sowohl was die Profitabilität als auch das Wachstum angeht“, sagt Privatkundenchef Michael Mandel gegenüber der DPA. „Ich bin zuversichtlich, dass wir über die bereits gewonnenen … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Luft bis 8,50 Euro

Der Konzern-Umbau bei der Commerzbank läuft auf vollen Touren, ein Filialsterben soll es aber nicht geben, sagt Privatkundenvorstand Michael Mandel gegenüber der DPA. „Ein Netz von etwa 1.000 Filialen halte ich nach wie vor für richtig. Ich will auch, dass wir weiterhin rund 1.000 Filialen haben. … mehr