Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank: Aus und vorbei

Nach schwachen ersten sechs Monaten hat die Commerzbank die Hoffnung auf eine Wiederholung des Vorjahresergebnisses endgültig aufgegeben. Die Aktie gerät im frühen Handel unter Druck.

„Wir erwarten (...) für das Gesamtjahr 2016, dass das operative Ergebnis und das Konzernergebnis unter dem Vorjahr liegen werden", heißt es im am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht. Zuletzt hatte die Bank noch gehofft, den Überschuss von gut einer Milliarde Euro aus dem Vorjahr zu wiederholen. Ursprünglich hatte die Bank sogar Zuwächse in Aussicht gestellt.

In den ersten sechs Monaten allerdings brach der Überschuss - wie die Bank bereits in der vergangenen Woche berichtet hatte - um mehr als 40 Prozent auf 372 Millionen Euro ein. Der operative Gewinn sackte in der gleichen Größenordnung auf 615 Millionen Euro ab. Dabei kämpft die Commerzbank vor allem mit den anhaltend niedrigen Zinsen. Diese setzen insbesondere den Gewinn im Mittelstandsgeschäft unter Druck.

Hinzu kommen herbe Rückgänge im schwankungsanfälligen Investmentbanking, das unter der Unruhe an den Kapitalmärkten litt. Dagegen legte der Gewinn im Privatkundengeschäft zu.

Stopp bei 4,20 Euro beachten

Obwohl die Prognosesenkung nicht völlig überraschend kommt, verliert die Commerzbank-Aktie im frühen Handel 1,7 Prozent. Das Allzeittief kommt damit wieder gefährlich nahe. Auf der anderen Seite ist die Commerzbank mittlerweile sehr günstig bewertet. Das KBV liegt aktuell bei gerade mal 0,3. Was dem Sektor fehlt, sind positive Nachrichten. Eine sehr positive Nachricht wäre, wenn Italien seine Banken mit Staatshilfen unterstützen dürfte. Das würde der ganzen Branche sehr wahrscheinlich eine Erleichterungsrallye bescheren. Investierte Anleger bleiben bei der Commerzbank dabei und beachten den Stoppkurs bei 4,20 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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