Commerzbank
- Nikolas Kessler - Redakteur

Commerzbank-Aktie gibt Gas – jetzt einsteigen?

Positive Analystenstimmen haben am Dienstag zu einem regelrechten Run auf die Aktie der Commerzbank geführt. Mit einem Kursplus von mehr als sechs Prozent ist das Papier zwischenzeitlich die Nummer 1 im DAX.

Die US-Bank JPMorgan hat die Commerzbank von „Neutral“ auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel auf 13 Euro belassen. Die Aktie der Bank sei eine günstige Möglichkeit, auf ein Engagement in Kerneuropa zu setzen und Risiken in den Schwellenländern sowie im Geschäft mit Rohstoffen zu vermeiden, schrieb Analyst Kian Abouhossein in einer Branchenstudie.

Die Bank dürfte beim Abbau von Altlasten von der anhaltenden Niedrigzins-Politik der EZB profitieren. Zudem stehe sie auf der Kapitalseite gut da und habe keine großen offenen Rechtsrisiken, so der Experte weiter. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau traut er dem DAX-Titel ein Kurspotenzial von rund 35 Prozent zu.

60 Prozent Kurspotenzial?

Noch bullisher ist die Investmentbank Merrill Lynch. Analyst Johan Ekblom hat sein „Buy“-Rating mit einem fairen Wert von 16,20 Euro bestätigt – und traut der Commerzbank damit auf Sicht von 12 Monaten einen Aufschlag von rund 60 Prozent zu.

Nach der deutlichen Kurskorrektur sehe er bei der Aktie der Bank nun eine außerordentlich günstige Einstiegsgelegenheit, so die Begründung. Die Kapitalausstattung scheine gefestigt und die Risiken in der Bilanz seien deutlich reduziert worden. Darüber hinaus verweist auch Ekblom auf das günstige Umfeld zum Abbau der Altlasten.

 

An der Seitelinie

Die extrem bullishe Sicht der beiden Analysten teilt der AKTIONÄR derzeit nicht. Nachdem die Commerzbank-Aktie infolge der Börsenturbulenzen im August ausgestoppt wurde, sollten Anleger vorerst an der Seitenlinie bleiben und eine nachhaltige Bodenbildung abwarten.

(Mit Material von dpa-AFX)


Aktueller denn je: Das Ende des Euro

Das Ende des Euro

Autor: Saint-Étienne, Christian
ISBN: 9783942888998
Seiten: 160
Erscheinungsdatum: 09.01.2012
Verlag: Börsenbuchverlga
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Der Euro sollte die Entwicklung der EU zum einheitlichen Wirtschaftsraum befördern, ist jedoch aufgrund von konzeptionellen Fehlern gescheitert. Christian Saint-Étienne weist nach, dass sich die Eurozone nicht besser entwickelt hat als der Rest Europas oder des Westens und dass der Euro die Einheitlichkeit nur suggeriert, weil es an gemeinsamen Strukturen fehlt und jeder Staat seine eigenen Ziele verfolgt – dabei bleibt harte, fundierte Kritik an der Politik Deutschlands (und Frankreichs) nicht aus.

Saint-Étienne fasst drei Möglichkeiten für die ­Bewältigung der Krise ins Auge:

Föderalisierung der Wirtschafts-, Währungs- und Steuerpolitik – Schaffung einer „echten Eurozone“.
Fortsetzung der „Heftpflaster“-Politik, ein Rettungspaket nach dem anderen.
Das Zerbrechen des Euro nach dem Scheitern von 2., entweder „apokalyptisch“ oder „geordnet“, in Form zweier Euro-Währungen mit eigenen Zen­tralbanken in Frankfurt und Paris.

Auf den letzten zehn Seiten liefert Saint-Étienne Vorschläge für das Vorgehen Frankreichs angesichts des drohenden Endes des Euro – auch für deutsche Leser hochinteressant.

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