- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank: 160 Prozent mehr

Neue Handelswoche, altes Bild: Die Commerzbank-Aktie kommt nicht in die Gänge. Am Montagmorgen notiert das Papier nahezu unverändert. Unterdessen sorgt die Gehaltserhöhung von Commerzbank-Chef Martin Blessing für Gesprächsstoff.

Blessings Festgehalt wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach auf 1,3 Millionen Euro steigen - ein Plus von 160 Prozent. Das berichtet das Handelsblatt. Boni könnten noch hinzukommen. Zuletzt musste sich Blessing mit 500.000 Euro im Jahr zufrieden geben. Diese Obergrenze, die wegen der staatlichen Rettungsmilliarden festgelegt worden war, gilt nicht mehr. Blessings Vorstandskollegen werden 2012 750.000 Euro erhalten, heißt es in dem Bericht weiter.

"Langsam, Herr Blessing!"

Mehrere Zeitungen und Zeitschriften kritisieren den Gehaltssprung. Das Handelsblatt schreibt vom "Ende der Bescheidenheit" bei der Commerzbank. Die Wirtschaftswoche schreibt: ",Langsam, Herr Blessing!' würden viele Steuerzahler dem Banker jetzt wohl gern zurufen. Denn immer noch stecken etwa sechs Milliarden Euro Staatsgeld in der Commerzbank. Um den staatlichen Kapitalanteil von einem Viertel zu halten, mussten die Steuerzahler trotz Rückführung der stillen Einlage weitere Aktien übernehmen."

Die Financial Times Deutschland merkt an: "Die Commerzbank hätte von sich aus die höheren Gehälter für 2012 davon abhängig machen sollen, ob sie den Stresstest besteht. Diese Einsicht müsste gerade Aufsichtsratschef Müller aufbringen: Schließlich hat er als Ex-Chef einen großen Anteil an der fragilen Lage der Bank."

Attraktives Niveau

Angesichts des schwachen Aktienkurses ist die Gehaltserhöhung unglücklich. Nichtsdestotrotz ist die Commerzbank-Aktie auf dem aktuellen Niveau ein attraktives Investment. Mutige, langfristig orientierte Anleger können zugreifen. Ein enger Stoppkurs bei 1,40 Euro sichert die Position ab.

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