- Thorsten Küfner - Redakteur

Commerzbank: Wird bald alles anders?

Am Donnerstag wird die Commerzbank ihre Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. Zudem wird sich Konzernchef Martin Blessing zur Strategie äußern. Einige Experten rechnen damit, dass der Finanzriese vor einem weiteren tiefgreifeden Umbruch steht.

Mit Spannung erwarten die Marktteilnehmer die Bekanntgabe der Quartalszahlen der Commerzbank am Donnerstag. Mehr noch als die Bilanz interessiert Experten aber vor allem die Rede von Coba-Chef Martin Blessing. Denn Blessing will sich dabei zur zukünftigen Strategie von Deutschlands zweitgrößter Privatbank äußern. Angesichts der eher enttäuschenden Gewinnentwicklung der vergangenen Monate und Jahre rechnen viele Experten mit einem tiefgreifenden Umbau des DAX-Konzerns. Denn von dem ursprünglich angepeilten Ziel, im Privatkundengeschäft eine Milliarde Euro zu verdienen, muss sich die Commerzbank wohl vorerst verabschieden. Nun fragen sich die Marktbeobachter natürlich, in welchen Bereichen die Commerzbank in den kommenden Jahren punkten will.

Quo vadis Commerzbank?

Blessing rechnet selbst nicht mit einer deutlichen Besserung der Lage des Bankensektors: „Die Profitabilität in der Branche wird zurückgehen." Viele Experten gehen davon aus, dass die Commerzbank wohl vor allem die Kosten weiter drücken muss, um die Profitabilität zu erhöhen. Stellenstreichungen sind daher weiterhin möglich. Nachdem sich die Commerzbank mittlerweile von vielen Bereichen getrennt hat (wie etwa der Schiffs- und Gewerbeimmobilienfinanzierung) und auch ihre Aktivitäten im Investmentbanking deutlich reduziert hat, konzentrieren sich die Frankfurter nun vor allem auf das Privat- und Firmenkundengeschäfts in Deutschlands sowie die BRE Bank in Polen. Anstatt wie nach der Übernahme der Dresdner Bank gedacht ein „zweiter nationaler Champion" zu werden, wird die Commerzbank immer mehr zu einer großen Sparkasse - was allerdings für die Anteilseigner aufgrund der dann wohl deutlich geringeren Risiken in der Konzernbilanz als in den Vorjahren nicht zwangsläufig nur negative Folgen haben muss.

Aktie zu billig

Trotz der Unsicherheiten bezüglich der neuen Strategie der Commerzbank bleibt die Aktie des DAX-Konzerns interessant. Der Hauptgrund hierfür: Die mit einem KBV von gerade einmal 0,3 und einem 2013er-KGV von 9 nach wie vor sehr günstige Bewertung, in die eigentlich nahezu alle negativen Meldungen bereits eingepreist sein sollten. Mutige Anleger können daher weiterhin mit einem engen Stopp bei 1,35 Euro auf ein Comeback des Kurses spekulieren.

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