- Thomas Bergmann - Redakteur

Commerzbank: Will die Allianz Kasse machen?

Die Commerzbank bereitet sich auf einen Ausstieg des Staates und der Allianz vor. Dazu will sich das Institut von ihren Aktionären die Genehmigung für eine Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 2,46 Milliarden Euro einholen.

Am 23, Mai findet die nächste Hauptversammlung der Commerzbank statt. Wie aus der Einladung an die Aktionäre hervorgeht, will sich der Vorstand eine Erhöhung des Grundkapitals genehmigen lassen, um die Stillen Einlagen von Bundesregierung und Allianz zurückzahlen oder in hartes Kernkapital umwandeln zu können. Mancher Marktteilnehmer vermutet, dass der Versicherer auf lange Sicht aussteigen könnte.

Aktien für Einlage

Die Bundesregierung hält noch eine Stille Einlage in Höhe von 1,75 Milliarden Euro und ein Aktienpaket von 25 Prozent plus einer Aktie. Die Stille Einlage des Münchner Versicherers summiert sich auf rund 750 Millionen Euro. Zusätzlich hält die Allianz einen kleinen Aktienanteil.

In der Einladung heißt es nun, dass der Vorstand der Commerzbank die Möglichkeit erhalten soll, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und im Einvernehmen mit den stillen Gesellschaftern die bestehende Stille Einlage der Allianz sowie die Stille Einlage des Bankenrettungsfonds SoFFin im Rahmen von Kapitalmaßnahmen durch die teilweise oder vollständige Einbringung der Stillen Einlagen zurückzuführen. Zudem habe die Commerzbank die Option einer Kapitalerhöhung.

Der Schritt kommt nicht überraschend, denn die Stille Einlage der Bundesregierung kann gemäß der Eigenkapitalvorschriften nach Basel 3 nur noch bis Ende 2017 als hartes Kernkapital anerkannt werden. Ein Tausch in Aktie würde daher helfen, die strengeren Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen. Nicht auszuschließen ist der Verkauf der Anteile, sowohl durch die Bundesregierung als auch durch die Allianz. Dies dürfte aber erst in ein paar Jahren ein Thema sein.

Non-Event

Diese Nachricht dürfte kaum Einfluss auf den Kurs der Commerzbank haben. Vielmehr dürfte die Aktie die gestern eingeläutete technische Erholung fortsetzen. Kurzfristig sind Kurse zwischen 1,80 und 1,90 Euro möglich.

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