- Thorsten Küfner - Redakteur

Commerzbank: Staatshilfe „fast unausweichlich“

Die Commerzbank sucht fieberhaft nach Wegen, wie die Kapitallücke von ursprünglich mehr als fünf Milliarden Euro bis Mitte des Jahres geschlossen werden kann. Führende Vertreter der europäischen Bankenaufsicht glauben allerdings offenbar nicht daran, dass die Commerzbank dies aus eigener Kraft schaffen kann.

Einem Bericht der Financial Times zufolge, zweifeln Vertreter der europäischen Bankenaufsicht EBA daran, dass es der Commerzbank gelingen wird, die Kapitallücke von rund fünf Milliarden Euro aus eigener Kraft zu schließen. Hochrangige Vertreter erklärten gegenüber der Zeitung, erneute Staatshilfen schienen „fast unausweichlich". Derzeit arbeitet die Commerzbank noch fieberhaft daran, einen konkreten Plan vorzulegen, wie die Kapitallücke bis Mitte des Jahres geschlossen und die harte Kernkapitalquote damit auf die erforderlichen 9,0 Prozent erhöht werden kann. Im Vordergrund steht dabei die Reduzierung der Bilanzrisiken, also der Verkauf von Risikopapapieren und der Abbau von Kreditrisiken - mit diesen Positionen erwirtschaften viele Großbanken allerdings den Großteil ihrer Erträge.

Allianz hilft nicht – vorerst

Indes haben sich die Hoffnungen, dass Großaktionär Allianz der Commerzbank unter die Arme greifen könnte vorerst zerschalgen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters zeigt sich der Versicherungsriese zwar grundsätzlich bereit, der Commerzbank durch eine Umwandlung der stillen Einlage in Kernkapital entgegenzukommen. Derzeit laufen jedoch noch die Verhandlungen und noch ist unklar, ob die Allianz tatsächlich ihre stille Einlage in Aktien umwandelt.

Im Fall des Sorgenkindes Eurohypo hat die EU-Kommission nun signalisiert, dass eine mehrheitliche Abwicklung des Immobilienfinanzierers möglich wäre. Ursprünglich hatte die Kommission der Commerzbank auferlegt, die Eurohypo bis Ende 2014 zu verkaufen.

Nichts für schwache Nerven

Es dürfte für die Commerzbank sehr schwer werden, die Kapitallücke zu schließen, ohne dabei das zukünftige Ertragspotenzial deutlich zu verringern. Daher sollten weiterhin ausschließlich mutige Anleger mit einem langen Atem bei der Aktie einsteigen. Der Stopp sollte bei 0,90 Euro belassen werden. Konservative Anleger sollten die Titel vorerst weiterhin meiden.

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