Commerzbank
- Fabian Strebin - Redakteur

Commerzbank: So geht Konzern-Umbau

Die Commerzbank befindet sich seit September vergangenes Jahr erneut im Umbau. Mit der „Strategie 4.0“ soll das Finanzinstitut effizienter, profitabler und kleiner werden. Vorstandsvorsitzender Martin Zielke hat bisher vieles richtig gemacht. Doch nun geht es ans Eingemachte: Die Entlassung von 7.300 Mitarbeitern.

Warmer Geldregen

Die Personalkosten zu senken ist bei einer Kostenquote von 78,8 Prozent dringend nötig. Denn so gehen fast 79 Cent von jedem eingenommenen Euro wieder für Aufwendungen raus. Der Durchschnitt in Europa liegt bei 63,2 Prozent.

Jeder fünfte Mitarbeiter soll am Ende also gehen. Zielke greift neben der Peitsche nun allerdings auch zum Zuckerbrot. So berichtet Bloomberg von einer Entschädigung in Höhe von 30.000 Euro pro älterem Mitarbeiter. Die Commerzbank will damit den Anreiz für den Vorruhestand schaffen. Das entspricht Branchenkreisen zufolge der Hälfte eines jährlichen Gehalts für einen durchschnittlich bezahlten Angestellten - ohne Bonuszahlungen.

Am größten soll der Kahlschlag in der Firmenkundensparte ausfallen. Von aktuell 6.611 Beschäftigten wären nach den heutigen Plänen im Jahr 2020 nur noch 2.400 übrig. Auch in der Zentrale wird der Rotstift angesetzt: In drei Jahren sollen dort statt 9.840 Commerzbankern nur mehr 7.419 arbeiten. Der Stellenabbau in Frankfurt ist sinnvoll, da dort durch die Digitalisierung das größte Einsparungspotenzial zu heben ist. Bis 2020 will der Konzern 80 Prozent aller Routineaufgaben automatisieren.

Angriff auf 10 Euro abgeblasen

Die Commerzbank kommt bei der Umsetzung der neuen Strategie gut voran und geht jetzt auch das heikle Thema Personal an. Mit dem Angebot einer Abfindung könnte Zielke einen jahrelangen Streit mit den Mitarbeitern vermeiden.

Zweistellige Kurse sind bei der Aktie zuletzt wieder etwas in die Ferne gerückt. Die nächste Unterstützung liegt im Bereich von 9,00 Euro. Eine weitere Haltelinie wartet bei 8,65 Euro. Hier liegen zwei Verlaufshochs von Anfang 2016. Bevor der Kurs der Commerzbank-Aktie über 10,00 Euro steigt, müsste noch der Widerstand um 9,85 Euro geknackt werden. DER AKTIONÄR setzt weiterhin auf eine mögliche Zinswende in der Eurozone und den erfolgreichen Konzern-Umbau Das Ziel liegt bei 12,50 Euro. Anleger sollten einen Stopp bei 7,00 setzen.

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