Commerzbank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank: Kocht jetzt das Thema Übernahme wieder hoch?

Die US-Investmentbank Goldman Sachs erwartet in den nächsten Jahren eine grenzüberschreitende Konsolidierung unter europäischen Banken. Die Commerzbank, die deutsche Nummer 2, gilt ja schon lange als Übernahmekandidat.

"Mit der Schaffung eines europäischen Bankenmarktes steigen die Chancen für Zusammenschlüsse", sagte der Co-Chef der Bank in Deutschland, Wolfgang Fink, am Donnerstag bei einer Konferenz in Frankfurt. "Wo soll sonst Wachstum herkommen?" Er verwies auf die gerade in Deutschland schwachen Renditen der Banken und den hohen Wettbewerb. Internationale Bank-Investoren dürften künftig den Druck auf die Institute erhöhen, ihre Profitabilität auch mit Übernahmen zu stärken.

Im internationalen Wettbewerb brauche Europa schlagkräftige Banken, wie sie auch in den USA und Asien geformt würden, sagte Fink. Dabei dürfe aber keine Bank mehr so groß werden, dass sie eine Gefahr für ihr Land werden könne. "Ich denke, dass wir eine andere Art von Konsolidierung erleben werden als vor der Krise." Die Banken würden künftig nicht mehr einfach ein Institut in einem anderen Land kaufen, sondern viel genauer schauen, wie es in die eigene Strategie passt.

17 Prozent gehören dem Bund – aber wie lange noch?

Sollte Wolfgang Fink Recht behalten, dürfte bald wieder die Commerzbank in den Fokus der Investoren geraten. Der DAX-Konzern gilt schon seit Jahren als heißer Übernahmekandidat, ist der Bund doch mit 17 Prozent Großaktionär. Früher oder später wird der Bund seinen Anteil abbauen müssen. Sobald sich entsprechende Gerüchte verdichten, wird die Commerzbank-Aktie merklich zulegen. Derzeit ist die Aktie allerdings aufgrund der allgemeinen Nervosität im Markt kein Kauf.

(Mit Material von dpa-AFX)


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