- Thorsten Küfner - Redakteur

Commerzbank: Kann Schäuble überzeugt werden?

Die Commerzbank wird offenbar in der kommenden Woche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ihren Plan erläutern, wie die Kapitallücke von ursprünglich 5,3 Milliarden Euro geschlossen werden soll. Dann wird sich wohl entscheiden, ob es dann doch noch zu weiteren Staatshilfen kommt oder nicht.

Für die Commerzbank wird es offenbar in der kommenden Woche ernst. Dann nämlich trifft sich die Führung des Frankfurter Bankenriesen mit Finanzminister Wolfgang Schäuble und wird ihm erklären, wie es gelingen soll, bis zum 30. Juni die Kapitallücke von ursprünglich 5,3 Milliarden Euro zu schließen und die Kernkapitalquote damit auf die erforderlichen 9,0 Prozent zu hieven. Hier ein Überblick, welche Maßnahmen die Commerzbank hierfür geplant hat.

Ein Strauß von Maßnahmen

Nachdem der DAX-Konzern sein Kernkapital bereits durch den Rückkauf von Hybridpapieren um knapp 700 Millionen Euro gestärkt hat, dürfte die Umwandlung der stillen Einlage der Allianz in Aktien oder eine andere Form von Kernkapital (siehe unter: Rettung durch die Allianz?) rund 750 Millionen Euro einbringen. Außerdem sollen Risikopositionen im zweistelligen Milliardenbereich abgebaut werden, was etwa 2,7 Milliarden Euro bringen würde. Darüber hinaus soll knapp eine Milliarde Euro aus einbehaltenen Gewinnen stammen. Dies ist möglich, allerdings schwebt auch hier natürlich das Damoklesschwert eines höheren Haircut für griechische Staatsanleihen oder gar eine Staatspleite über der Commerzbank (mehr unter: Hedgefonds spekulieren auf Griechenland-Pleite). In diesem Fall würde es wohl sehr schwer werden, einen Gewinn von knapp einer Milliarden Euro auszuweisen und das gesamte Vorhaben, die Kapitallücke ohne fremde Hilfe zu schließen, wäre wahrscheinlich in Gefahr.

Hoffnung besteht weiterhin

Die Möglichkeit, dass es die Commerzbank aus eigener Kraft schaffen wird, besteht weiter. Allerdings sollten hierauf nur mutige Anleger setzen. Wer das günstige Bewertungsniveau des DAX-Titels nutzen will, sollte seine Positionen bei 0,90 Euro absichern. Konservative Anleger sollten vorerst weiterhin außen vor bleiben.

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