Commerzbank
von Thorsten Küfner - Redakteur

Commerzbank: Hier läuft es gut

Die Commerzbank hat gestern die Zahlen für das abgelaufene Jahr 2012 auf den Tisch gelegt. Dabei gab es Licht und Schatten. Hier wird aufgezeigt, wo es bei Deutschlands Nummer 2 im Bankenmarkt rund läuft.

Die deutsche Wirtschaft zeigt sich trotz der anhaltenden Eurokrise und der Rezession in vielen Ländern Europas weiterhin robust. Davon profitiert vor allem die Commerzbank. Denn der Konzern ist im Bereich der Firmenfinanzierung - und dabei vor allem dem Geschäft mit dem Mittelstand - hervorragend aufgestellt. Mit 1,65 Milliarden Euro lag das operative Ergebnis der Sparte 2012 trotz der sich allmählich abschwächenden Konjunktur und den damit verbundenen niedrigeren Einnahmen knapp über dem auch schon starken Vorjahresergebnis von 1,59 Milliarden Euro. Die Gründe hierfür waren Einsparungen bei den Verwaltungsaufwendungen von zwölf Prozent auf 1,3 Milliarden Euro und vor allem die sinkende Risikovorsorge von nur noch 30 Millionen Euro nach 190 Millionen Euro im Vorjahr.

Kapitalbeschaffung und Kapitalisierung

Die Commerzbank gab zudem bekannt, auch die Hilfen der EZB zurückzuzahlen. Die Frankfurter hatten sich im Rahmen der beiden äußerst üppig vergebenen Langfrist-Tender LTRO I und II insgesamt 16 Milliarden Euro gesichert. Zehn Milliarden Euro davon wurden bereits zurückgezahlt, bis Ende Februar sollen nun auch die restlichen sechs Milliarden Euro an die Zentralbank überwiesen werden. Dies spricht dafür, dass es der Commerzbank offenbar aktuell wieder leichter fällt, sich günstig (!) zu refinanzieren, also auch das Vertrauen der anderen Banken in das Frankfurter Institut gestiegen ist.

Verständlich, schließlich ist die Tier-1-Kernkapitalquote im vergangenen Jahr von 9,9 Prozent auf stattliche 12,0 Prozent geklettert. Finanzchef Stephan Engels erklärte: „Wir haben unsere Risiken 2012 weiter abgebaut."

Derzeit kein dennoch Kauf

Angesichts der Tatsache, dass sich im Konzern derzeit deutlich mehr Baustellen finden lassen als Lichtblicke, ist die Aktie derzeit kein Kauf. Zumal die Aussichten angesichts einer steigenden Risikovorsorge, anhaltend niedriger Erträge und erneut hoher Restrukturierungskosten eher trüb sind. Bereits investierte Anleger können die Aktie wegen der niedrigen Bewertung (KBV von 0,4) halten und den Stopp bei 1,20 Euro belassen.

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