Commerzbank
von Stefan Limmer - Redakteur

Commerzbank: Goldman Sachs senkt Daumen

Die Commerzbank legte in der vergangenen Woche Zahlen für das erste Quartal 2012 vor. Dabei enttäuschte der DAX-Titel die Marktteilnehmer. Nun meldet sich auch Goldman Sachs zu Wort.

Die Commerzbank hat im ersten Quartal einen Gewinn von 369 Millionen Euro verbucht und damit die Analystenschätzungen von mehr als 400 Millionen Euro deutlich verfehlt. Im Vorjahr hatte der DAX-Konzern noch 985 Millionen Euro verdient. Hauptgrund für den Gewinnrückgang waren Sondereffekte wie etwa die Neubewertung der eigenen Verbindlichkeiten sowie dem Abbau von Risikopositionen, was das Ergebnis mit rund 500 Millionen Euro belastete. Für das erste Halbjahr hatte der Konzern eigentlich einen Überschuss von 1,2 Milliarden Euro angepeilt, dieses Ziel zu erreichen dürfte nun sehr schwer werden, zumal das erste Quartal bei Banken meist das stärkste ist. Aber es gibt auch einen Lichtblick. Das Kreditinstitut hat die Ende 2011 festgestellte Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro mittlerweile vollständig geschlossen und sogar einen Puffer von 1,1 Milliarden Euro aufgebaut. Damit sinkt die Gefahr, dass der Konzern in naher Zukunft wieder eine Kapitalerhöhung durchführen muss, erheblich.

Goldman Sachs hat Bedenken

Mittlerweile meldeten sich die Analysten von Goldman Sachs zu Wort. Die US-Investmentbank hat das Kursziel für den DAX-Titel von 2,15 auf 2,10 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf „Neutral“ belassen. In einer Studie zeigten sich die Goldman Sachs-Experten von den Quartalszahlen enttäuscht, lobten aber die Fortschritte bei der Entschuldung und Stärkung der Eigenkapitalbasis. Die Gewinnschätzung für 2012 reduzierten die Analysten nichtsdestotrotz um sechs Prozent und um vier beziehungsweise drei Prozent für 2013 und 2014.

Nur für Mutige

Mit einem 2012er-KGV von 6 und einem KBV von 0,4 ist die Commerzbank-Aktie immer noch sehr günstig bewertet. Mutige, langfristig orientierte Anleger können - solange die Unterstützung bei 1,48 Euro hält - zugreifen. Bereits investierte Anleger beachten nach wie vor den Stoppkurs bei 1,40 Euro.

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