- Michael Schröder - Redakteur

Commerzbank: Fällt mit der EZB-Sitzung der Startschuss?

Die Aktie der Commerzbank zählt weiter zu den stark nachgefragten Werten am heimischen Aktienmarkt. In dieser Woche gab es zwei skeptische Analystenkommentare. Den größten Einfluss auf die Kursentwicklung hat dagegen die für Donnerstag anstehende Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB).

Tania Gold, Expertin bei der spanischen Bank Santander, sieht kein Potenzial für die Commerzbank. Sie hat für die Aktie lediglich ein Kursziel von bei 1,15 Euro ermittelt. Ihre Einstufung lautet daher "Untergewichten". Die britische Investmentbank Barclays hatte sich in dieser Woche ebenfalls skeptisch über die Commerzbank geäußert und ihre Einstufung "Untergewichten" bestätigt. Die Commerzbank gehöre zu den sechs am schlechtesten bewerteten Bankaktien, heißt es in der Barclays-Analyse.

Details zu Anleihenkäufen

Die jüngsten Analystenstimmen werden vom Markt derzeit aber nur am Rande zur Kenntnis genommen. Auch die aktuellen Nachrichten zu einem möglichen Sparprogramm oder dem Ausbau des Baufinanzierungsgeschäfts sind nur bedingt gefragt. Im Fokus steht ein ganz anderes Thema. Die Anleger warten bereits gespannt auf Details zum Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB). Am morgigen Donnerstag soll es nun endlich Klarheit geben. Insbesondere die Frage, wie die EZB die angekündigten Anleihenkäufe durchführen will, wird derzeit intensiv diskutiert.

Die Möglichkeiten

Einige Volkswirte sprechen von einer so genannten Zinsobergrenze. Was steckt dahinter? Übersteigt die Rendite der italienischen oder spanischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von bis zu zwei oder drei Jahren ein vorher festgelegtes Niveau, würden die Währungshüter die Anleihen der Krisenländer kaufen. Eine andere Möglichkeit wäre, sich an Zinskorridoren zu orientieren. Falls der Korridor überschritten wird, greift die EZB in Form von Käufen ein. Aber auch begrenzte Anleihenkäufe der Notenbank über einen bestimmten Zeitraum oder zu einer bestimmten Summe stehen bei einigen Experten hoch im Kurs.

Einschätzung bleibt

Eine Prognose, auf welche Maßnahmen sich die EZB einigt - und vor allem wie diese dann vom Markt aufgenommen werden - fällt sehr schwer. Im Bezug auf die Commerzbank-Aktie bleibt der DER AKTIONÄR daher vorerst bei seiner Einschätzung. Fällt die Reaktion auf die EZB-Sitzung positiv aus, dürfte die Aktie endlich die 1,30-Euro-Marke hinter sich lassen. Investierte Commerzbank-Anleger beachten dennoch den Stoppkurs bei 1,15 Euro. Wer kaufen möchte, wartet erst einen Anstieg auf über 1,30 Euro ab - oder nutzt eine Fortsetzung der Korrektur zum Einstieg.

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