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- Thorsten Küfner - Redakteur

Commerzbank, Deutsche Bank, Munich Re und Co: Hedgefonds spekulieren auf Griechenland-Pleite

Hedgefonds spekulieren mittlerweile wieder verstärkt auf eine Pleite Griechenlands. Dies könnte wohl nur ein noch größerer Schuldenschnitt verhindern. Commerzbank, Deutsche Bank, Allianz, Munich Re und andere würde es dabei in beiden Fällen hart treffen.

Deutsche Bank, Commerzbank, Allianz, Munich Re und andere Finanzriesen müssen wohl mit weiteren Verlusten auf ihr Griechenland-Engagement rechnen. Denn die Lage in dem hoch verschuldeten Land spitzt sich weiter zu. Mittlerweile spekulieren Hedgefonds bereits auf eine Staatsinsolvenz und haben sich in erheblichem Umfang mit Ausfallversicherungen (CDS) eingedeckt. Einziger Ausweg wäre nach Ansicht von Experten ein noch höherer Haircut für griechische Staatstitel. Allerdings steht offenbar selbst der im Oktober vereinbarte „freiwillige Gläubigerverzicht" mittlerweile auf wackligen Beinen.

Viele Gläubiger wollen nicht verzichte

Denn nun ist bekannt, dass sich viele Gläubiger nicht freiwillig auf einen Schuldenschnitt einlassen wollen. Damit würden Griechenlands Schulden allerdings nicht wie im Oktober geplant um knapp 100 Milliarden Euro verringert werden. Analysten von Bank of America Merrill Lynch schätzen, dass nahezu die Hälfte der privaten Griechenland-Gläubiger nicht auf die 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten will. IWF-Chefin Christine Lagarde und Bundeskanzlerin Merkel beraten daher aktuell über eine mögliche Lösung dieses Problems.

Schuldenschnitt reicht nicht aus

Unabhängig von der unklaren Rechtslage des im Oktober vereinbarten Gläubigerverzichts ist eine Staatspleite Griechenlands ohnehin weiter möglich. Experten zufolge müssten dem Land deutlich mehr Schulden erlassen werden. Nur dadurch könnte eine Insolvenz vermieden werden.

Für die privaten Gläubiger wie Deutsche Bank, Commerzbank, Allianz oder Munich Re wäre sowohl eine Staatspleite als auch ein höherer Haircut mit weiteren Verlusten auf ihre gehaltenen griechische Staatsanleihen verbunden, wobei ein größerer Schuldenschnitt wohl das wesentlich geringere Übel wäre.

Für die Commerzbank wäre es fatal

Eine Staatspleite oder ein höherer Haircut würden der Deutschen Bank (mehr unter: Deutsche Bank: Alle sollen raus), der Munich Re und der Allianz (mehr unter: 60 Prozent mit der Allianz) erneut das Quartalsergebnis deutlich verhageln. Die Finanzriesen dürften es allerdings verschmerzen können. Die günstig bewertete Aktie der Munich Re bleibt weiterhin ein Kauf.

Für die Commerzbank würden weitere Verluste auf ihr Griechenland-Engagement wohl bedeuten, dass es dem DAX-Konzern nicht mehr aus eigener Kraft gelingen wird, die harte Kernkapitalquote bis zum 30. Juni auf 9,0 Prozent zu hieven. Eine Kapitalerhöhung oder weitere Staatshilfen wären dann wohl die Folgen. Die Aktie bleibt daher nur für mutige Anleger geeignet (mehr unter: Commerzbank: Der Countdown läuft).

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