Commerzbank
- Nikolas Kessler - Redakteur

Commerzbank: ING will auch nicht mehr

Noch während die Vorstände von Deutscher Bank und Commerzbank im April über eine Fusion verhandelt haben, machten Gerüchte über ein Übernahmeangebot für die CoBa aus dem europäischen Ausland die Runde. Besonders ING und Unicredit wurden als Interessenten gehandelt. Inzwischen haben jedoch beide einen Rückzieher gemacht. Wie reagiert die Commerzbank-Aktie?

Die niederländische Großbank ING interessiert sich einem Pressebericht zufolge nicht mehr für den deutschen Branchenkollegen Commerzbank. Die Holländer hätten sich schon vor anderthalb Monaten gegen eine Übernahme entschieden, berichtete das Handelsblatt am Montag unter Berufung auf Finanzkreise.

Nach dem Platzen der Fusionsgespräche zwischen der Commerzbank und der Deutschen Bank Ende April habe sich auch das ING-Topmanagement dazu entschlossen, Deutschlands zweitgrößter Privatbank keine weiteren Avancen zu machen. Der Entscheidung seien zwei Treffen zwischen Commerzbank-Vorstandschef Martin Zielke und ING-Chef Ralph Hamers in den vergangenen Monaten vorausgegangen, in denen die beiden einen möglichen Zusammenschluss ausgelotet hätten.

Laut Insidern hätten sich die CEOs darüber ausgetauscht, ob sie eine Vision für das Banking der Zukunft teilten und sich somit eine Zusammenarbeit vorstellen könnten. Details einer etwaigen Fusion wie beispielsweise der Standort einer gemeinsamen Zentrale seien nicht zur Sprache gekommen. Seit dem Platzen der Verhandlungen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank habe es keine weiteren Treffen von Zielke und Hamers gegeben.

Auch Unicredit ist raus

Die italienische Unicredit will ebenfalls nichts mehr von einem Deal mit der Commerzbank wissen. Der mögliche Kauf der Commerzbank sei ein „geschlossenes Kapitel“, zitiert die italienische Zeitung Il Messaggero in der Vorwoche einen Insider aus dem engen Umfeld von Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier (DER AKTIONÄR berichtete).

 

Aktie weiter auf Talfahrt

Die Fusions- und Übernahmespekulationen haben der Commerzbank-Aktie bis Ende April kräftigen Rückenwind verliehen und bei 8,26 Euro ihr bisheriges Jahreshoch beschert. Nach zurückhaltenden Äußerungen seitens der Commerzbank und der angeblichen Übernahme-Interessenten ist die Fantasie in den vergangenen Wochen jedoch bereits spürbar entwichen.

Dass sich nun auch ING zurückgezogen hat, lastet am Dienstagmorgen zusätzlich auf dem Kurs. Investierte Anleger sollten daher den Stopp bei 6,00 Euro weiterhin im Auge behalten.

Mit Material von dpa-AFX.

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