Commerzbank
- Thorsten Küfner - Redakteur

Commerzbank: Das muss jetzt geschehen

Die Commerzbank hat sich mit dem Betriebsrat auf den Wegfall von 5.000 Vollzeitstellen einigen können. Die Börse quittierte den Fortschritt bei den Sparbemühungen mit einem Kursaufschlag. Was muss nun folgen, damit es bald zu einer nachhaltigen Erholung kommt?

Die Commerzbank konnte sich mit dem Betriebsrat den Medienberichten vom Dienstag zufolge auf den Wegfall von 5.000 Vollzeitstellen einigen. Damit trafen sich Management und Arbeitnehmervertreter ziemlich genau in der Mitte der Anfang des Jahres noch anvisierten 4.000 bis 6.000 Arbeitsplätze, die dem Sparzwang der chronisch ertragsschwachen Großbank zum Opfer fallen sollten. Die Aktie der Commerzbank legte daraufhin zunächst deutlich zu. Was aber benötigt dem DAX-Titel nun für eine nachhaltige Trendwende?

Erträge, Erträge, Erträge!

Seit der Übernahme der Dresdner Bank im Jahre 2008 (!) schraubt die Commerzbank immer wieder an verschiedenen Stellen herum, um die Kosten zu senken oder Risiken zu verringern - mit bislang eher mäßigem Erfolg. Nun müsste die Frankfurter Großbank aber endlich auch nachhaltig höhere Einnahmen in verschiedenen Sparten ausweisen, um die Investoren zu überzeugen. In den vergangenen Jahren gelang es ihr allerdings nie wirklich, neue Ertragspotenziale zu erschließen. So scheitere etwa die Expansion im Ausland wie etwa zuletzt in der Ukraine (in Polen läuft es mit der Tochter BRE Bank hingegen rund). Auch das ehemals große Engagement der Dresdner Bank im Investmentbankingbereich - in dem beispielsweise der Konkurrent Deutsche Bank trotz aller Risiken regelmäßig ordentliche Renditen einfährt - wurde deutlich zurückgefahren. Wachsen will die Commerzbank nun vor allem in den Bereichen Privatkunden und Firmenkunden.

Trübe Aussichten

Im Privatkundengeschäft dürfte die Commerzbank aber auch nach dem Abschluss der Restrukturierungen über eine geringe Profitabilität verfügen. Die angepeilte Erhöhung der Kundenzahl bei gleichzeitiger Steigerung der Erträge pro Kunde dürfte in einem derart hart umkämpften Markt wie dem deutschen kaum realisierbar sein. Zudem könnten auch die Gewinne im Geschäft mit Mittelstandskunden stagnieren oder gar sinken. Weitere Risiken drohen hier auch dadurch, dass allmählich auch andere Wettbewerber ihr Engagement im Geschäft mit Firmenkunden ausweiten wollen. Zudem würde eine deutliche Konjunkturabkühlung der Commerzbank wohl massive Probleme bereiten.

Immer noch kein Kauf

DER AKTIONÄR bleibt für die Commerzbank-Aktie weiterhin skeptisch gestimmt. Anleger sollten die trotz des Kursrückgangs der vergangenen Monate immer noch zu hoch bewertete Aktie daher nach wie vor meiden.

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