- Thorsten Küfner - Redakteur

Commerzbank: Besserung in Sicht?

Nachdem die Commerzbank bereits in der Vorwoche ihre Eckdaten für das abgelaufene Jahr veröffentlicht hatte, wurden heute die detaillierten Ergebnisse vorgelegt. Mit Spannung blicken die Marktteilnehmer dabei vor allem auf den Ausblick der Frankfurter Großbank.

Die Commerzbank hat im vergangenen Jahr ihr operatives Ergebnis deutlich auf 1,22 Milliarden Euro steigern können. In der Kernbank wurde sogar ein Betriebsgewinn von stattlichen 2,6 Milliarden Euro erzielt. Das Segment Non-Core Assets (NCA) – eine Art unternehmensinterne "Bad Bank", in dem vor allem Schiffsfinanzierungen oder etwa griechische Staatsanleihen verwaltet werden, verbuchte jedoch ein Minus von 1,5 Milliarden Euro. Positiv: Der Bestand des NCA-Portfolios konnte zumindest um 17 Prozent auf 151 Milliarden Euro abgebaut werden. Der Gesamtjahresgewinn der Commerzbank schrumpfte wegen eines Verlusts im vierten Quartal von 716 Millionen Euro auf gerade einmal sechs Millionen Euro. 2013 soll es besser werden, klar ist dies aber noch längst nicht.

Sinkende Erträge, steigende Risikovorsorge

In ihrer Pressemitteilung machte der DAX-Konzern wenig konkrete Angaben zu den Aussichten für 2013. In einer Analystenpräsentation erklärte die Commerzbank jedoch, dass die Risikovorsorge leicht steigen dürfte, bereits 2012 zogen die Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle um knapp 20 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro an. Zudem dürften die Erträge aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen und des Schrumpfkurses des Geldhauses weiter unter Druck bleiben. Darüber hinaus belasten die Restrukturierungskosten von rund 500 Millionen Euro im ersten Quartal im Zusammenhang mit den geplanten Stellenstreichungen von bis zu 6.000 Arbeitsplätzen. Zur kompletten Unternehmensmeldung.

Noch keine Besserung in Sicht

Eine steigende Risikovorsorge, anhaltend niedrige Erträge und erneut hohe Restrukturierungskosten machen nicht gerade Hoffnung auf ein starkes Jahr 2013. Commerzbank-Anleger werden wohl weiterhin viel Geduld und gute Nerven benötigen. Die Aktie bleibt daher für konservative Anleger ungeeignet. Bereits investierte Anleger belassen den Stopp bei 1,20 Euro.

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