- Thorsten Küfner - Redakteur

Commerzbank: Beflügelt die Griechenland-Rettung?

Wird die erneute Griechenland-Rettung, die dem Land diesmal auch relativ viel Zeit zur Gesundung des Staatshaushalts lässt, auch vom Bundestag beschlossen, sollte dies der Commerzbank-Aktie neuen Schwung verleihen. Sollten Anleger jetzt zugreifen?

Der Bundestag soll heute die finanziellen Erleichterungen für das hoch verschuldete Griechenland verabschieden. Diese Entscheidung werden auch die Marktteilnehmer im Auge behalten. So könnte etwa die Commerzbank-Aktie - die in den vergangenen Monaten erheblich unter der europäischen Schuldenkrise litt - durch einen Absegnung der Hilfen Rückenwind erhalten. Zwar verfügt die Commerzbank mittlerweile kaum noch über ein nennenswertes Exposure in Griechenland, doch Anleger sollten die Wirkung eines derartigen Schritts auf die anderen hoch verschuldeten Eurostaaten nicht unterschätzen - wovon die Commerzbank wiederum profitieren dürfte.

Beruhigung an der Schuldenfront

Gelingt die (erneute) Griechenland-Rettung, könnte dies an den Kapitalmärkten zumindest vorerst für etwas mehr Ruhe sorgen. Auch die zuletzt ohnehin gesunkenen Renditen für Staatsanleihen Italiens oder Spaniens könnten dadurch weiter fallen. Von einer nachhaltigen Verbesserung an der Schuldenfront würde die Commerzbank stark profitieren. Zum einen verfügte der DAX-Konzern Ende September über Staatsanleihen der GIIPS-Staaten im Volumen von 12,2 Milliarden Euro (davon 8,8 Milliarden Euro in italienischen Bonds, 2,6 Milliarden Euro in spanischen Anleihen und 0,8 Milliarden Euro in portugiesischen Papieren) und ist auch in der Wirtschaft dieser Länder mit Krediten an Unternehmen und Banken von knapp 20 Milliarden Euro engagiert. Zum anderen würde das Frankfurter Kreditinstitut nicht unter den Folgen der weiteren konjunkturellen Abschwächung im Süden Europas leiden - ganz zu schweigen von der latenten Ansteckungsgefahr der exportorientierten deutschen Wirtschaft.

Aktuell kein Kauf

Trotz der positiven Effekte einer weiteren Rettung Griechenlands bleibt DER AKTIONÄR bei seiner Einschätzung: Wegen der trüben fundamentalen Aussichten und der noch immer angeschlagenen Charttechnik eignet sich die Commerzbank-Aktie nach wie vor ausschließlich für mutige Anleger, die den Stopp bei 1,10 Euro setzen sollten. Konservative Anleger machen weiterhin einen Bogen um den DAX-Wert.

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