Motorola
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Comeback im Herbst?

Als "Ikone mit Heiligenschein" beschreibt Motorola-Chefdesigner Jim Wicks das ultradünne Klapphandy RAZR. Mit dem Kultmodell hat der Mobilfunkkonzern Motorola die Branche gehörig aufgemischt, was sich in respektablen Gewinnzuwächsen niedergeschlagen hat. Allerdings ist der Handymarkt hart umkämpft, weshalb Motorola die Preise für die Modelle RAZR und Q im vergangenen Jahr senkte.

Motorola leidet unter sinkenden Margen. Ist die Aktie des Mobilfunkgiganten dennoch kaufenswert?

Als „Ikone mit Heiligenschein“ beschreibt Motorola-Chefdesigner Jim Wicks das ultradünne Klapphandy RAZR. Mit dem Kultmodell hat der Mobilfunkkonzern Motorola die Branche gehörig aufgemischt, was sich in respektablen Gewinnzuwächsen niedergeschlagen hat. Allerdings ist der Handymarkt hart umkämpft, weshalb Motorola die Preise für die Modelle RAZR und Q im vergangenen Jahr senkte – quasi vorbeugend, um keine Marktanteile an Nokia oder Samsung zu verlieren.

Sinkende Margen

Der Nebeneffekt der Preissenkungsoffensive sowie dem zunehmenden Umsatzanteil von Billighandys: niedrigere Margen, die im vierten Quartal 2006 zu einem Gewinnrückgang von 0,47 auf 0,25 Dollar je Aktie führten. Um die Marge wieder zu steigern, will Motorola bis Mitte 2007 durch den Abbau von 3.500 Stellen Kosten einsparen und zudem im Oktober das Luxushandy SCPL (gesprochen „Scalpel“) auf den Markt bringen. Das neue Flachhandy ist Gerüchten zufolge sieben Millimeter dünn und mit TV-Empfänger, GPS-Navigation, Festplattenspeicher und Camcorder ausgestattet. Wichtig ist in diesem Zusammenhang: Besonders Teenager und junge Erwachsene betrachten Handys inzwischen als „Vorzeige-Spielzeuge“ und sind fortlaufend auf der Jagd nach neuen Modellen, für die sie gerne ein paar Hundert Euro hinblättern. Vor diesem Hintergrund ließe sich mit dem SCPL eine lukrative Marge erzielen.

Die Heuschrecken kommen

Interessant bei Motorola ist nicht nur die Produktpipeline, sondern auch der aktuelle Kassenbestand von zwölf Milliarden Dollar. Dieses stattliche Finanzpolster war für den US-Investor Carl Icahn ein Anreiz, insgesamt 33,53 Millionen Motorola-Anteilscheine zu erwerben. Icahn, der einen Sitz im Aufsichtsrat des Mobilfunkkonzerns anstrebt, hält Motorola für klar unterbewertet. Der Milliardär verlangt daher, dass Motorola anstelle der bereits eingeplanten 4,5 Milliarden insgesamt 12 bis 15 Milliarden Dollar für den Rückkauf eigener Aktien ausgibt. Allgemein gilt Icahn als aggressiver Investor, der starken Druck auf das Management von Großkonzernen ausüben kann. Dies lässt erwarten, dass der Finanzinvestor seine 1,4-prozentige Beteiligung an Motorola aufstocken wird, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Spekulatives Investment

Für konservative Börsianer ist die Motorola-Aktie nicht geeignet, da sich der Technologietitel in einem intakten Abwärtstrend bewegt. Spekulative Naturen können hingegen eine erste Position aufbauen, zumal an der Börse stets die Zukunft gehandelt wird. Und diese kann sich bei Motorola sehen lassen. Denn die Chancen, dass das „Scalpel“ im Vorweihnachtsgeschäft 2007 zu einem Verkaufsschlager avanciert, stehen gut. Und was Icahn angeht: Seine Pläne könnten den Aktienkurs durchaus nach oben treiben.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 08/2007.

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