Centrotherm Photovoltaics
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Comeback! Trina- und Yingli-Lieferant Centrotherm ist zurück

Der deutsche Solarmaschinenbauer Centrotherm hofft auf einen zweiten Frühling. Nach der überraschenden Insolvenz im Vorjahr wurde die Firma nun auch auf Kosten der Aktionäre neu aufgestellt.

Manchmal kommen sie wieder. Kunden wie Trina Solar oder Yingli hatten in den letzten Jahren aufgrund der Krise knallhart Aufträge für Solarmaschinen storniert. Dies war wohl der Hauptgrund, wieso der Maschinenbauer Centrotherm überraschend schnell ins straucheln kam und eine Schutzschirminsolvenz anmelden musste. Die damalige Short-der-Woche-Empfehlung des AKTIONÄRs verlor an nur einem Tag 60 Prozent an Wert.

Doch Centrotherm hat die Chance genutzt und kommt "vollständig saniert und fit für die Zukunft" zurück. In der heutigen Meldung heißt es: "Das Amtsgericht Ulm hat das seit Oktober 2012 laufende Insolvenzverfahren mit Ablauf des 31. Mai aufgehoben." Die verbliebenen rund 900 Arbeitsplätze könnten so gerettet werden. Centrotherm hat sich vor allem durch einen Debt-to-Equity-Swap finanziell Luft verschafft. So werden Schulden in neue Aktien getauscht, was jedoch zu einer extremen Verwässerung der Altaktionäre führt. Gläubiger erhalten demnach 80 Prozent der sanierten Firma, die bisherigen Aktionäre jedoch nur 20 Prozent.

Weiter "sehr schwierig"

Von heute auf morgen wird Centrotherm die Krise dennoch nicht abschütteln können. Das Marktumfeld gestalte sich weiterhin sehr schwierig und auch in den nächsten Monaten bestünden keine positiven Signale einer Verbesserung. Immerhin: Optimisten glauben daran, dass zumindest mittel- und langfristig aufgrund der steigenden Nachfrage nach Solarmodulen in Asien und den USA die Überkapazitäten bei asiatischen Centrotherm-Kunden wie Trina und Yingli abgebaut werden. Die wieder steigenden Kurse einiger Solarmodulhersteller sind ein erstes Indiz für diese Theorie.

Watchlist

Die "neue" Centrotherm dürfte die Kapitalmaßnahme antizipiert bei aktuellen Kursen mit rund 150 Millionen bewertet sein. Grobe Schätzungen geben von einem defizitären 2013er Umsatz des Maschinenbauers von 250 Millionen Euro aus. Das Marktumfeld ist weiter angeschlagen und  Details zum operativen Geschäft von Centrotherm stehen aus. Daher ist ein Neuinvestment riskant. Doch auf die Watchlist kann die tief gefallene Aktie zurück.

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