- DER AKTIONÄR

Clean Harbors - Sauber!

Der Wirbelsturm "Katrina" hat sich aus New Orleans und den umliegenden Gemeinden zurückgezogen, geblieben ist eine hochtoxische Brühe aus Schlamm, Benzin, Öl und jeder Menge Krankheitserregern. Das Saubermachen ist ein Fall für Profis: Clean Harbors.

Der Wirbelsturm "Katrina" hat sich aus New Orleans und den umliegenden Gemeinden zurückgezogen, geblieben ist eine hochtoxische Brühe aus Schlamm, Benzin, Öl und jeder Menge Krankheitserregern. Das Saubermachen ist ein Fall für Profis: Clean Harbors.

Von Martin Weiß

Das US-Umweltministerium muss die Bevölkerung in den Gemeinden um New Orleans herum nicht extra darauf hinweisen, dass das Wasser in den Straßen ungenießbar ist - Aussehen, Geruch und Konsistenz der Brühe, die der Wirbelsturm "Katrina" zurückgelassen hat, sind abschreckend genug. Dass aber schon der bloße Kontakt mit dem Wasser krank machen oder sogar zum Tod führen kann, muss den Menschen vor Ort immer wieder gesagt werden. Die Entsorgung der stark verunreinigten Gewässer gestaltet sich indes schwierig: "Wir haben schon etliche Umweltkatastrophen beseitigt, aber diese hier übersteigt alle zusammengenommen", sagte William J. Geary, der Vizepräsident des mit der Entsorgung beauftragten Konzerns Clean Harbors.

Es geht um Milliarden

Clean Harbors wird in den kommenden Monaten viel zu tun haben und steht dabei unter erheblichem Zeitdruck, denn erst wenn die Giftbrühe beseitigt ist, können die Müllfirmen mit ihrer Arbeit beginnen. Neben dem Renommee gibt es jede Menge Geld zu verdienen. "Wenn eine Firma dieser Aufgabe gewachsen ist, dann Clean Harbors", ist sich der Aktienexperte Al Kaschalk von Wedbush Morgan Securities sicher. "Sie haben die Fahrzeuge, die notwendigen Geräte und Lagerplätze für den Giftmüll." Und sie haben die Erfahrung: Clean Harbors beseitigte neun Monate lang den Feinstaub, der Teile New Yorks nach den Anschlägen auf das World Trade Center bedeckte.

Seit Anfang der letzten Woche ist Clean Harbors mit 300 Spezialisten in New Orleans auf der Suche vor allem nach Lecks in Ölplattformen und -tanks. Experten schätzen allein die Kosten für die Beseitigung des Sondermülls auf bis zu zehn Milliarden Dollar.

Schweigen ist Gold

Wie viel Clean Harbors mit "Katrina" umsetzt, dazu hüllt sich das Unternehmen in Schweigen. Bei der Anzahl der eingesetzten Spezialisten und Maschinen könnte sich der Beitrag aber im niedrigen zweistelligen Millionenbereich bewegen - pro Monat. Aber auch ohne diese Sonderkonjunktur entwickeln sich die Dinge für Clean Harbors prächtig. Im zweiten Quartal setzte der Konzern 173,9 Millionen Dollar um und verdiente dabei 7,3 Millionen Dollar oder 0,43 Dollar pro Aktie. Der Markt hatte einen Profit von 0,31 Dollar erwartet.

Aktien vor Neubewertung

Clean Harbors hat einen positiven Geschäftsausblick gegeben und die Prognosen erhöht - noch bevor "Katrina" New Orleans verwüstet hatte. Es erscheint nur eine Frage der Zeit, bis die Analysten ihre Stifte zücken und die Planzahlen aktualisieren. Das gilt umso mehr, da ein weiterer Hurrikan auf die USA zurollt - und "Rita" soll noch stärker sein als "Katrina".

Clean Harbors

 

ISIN US1844961078
Kurs am 05.10.2005 29,36€
Empfehlungskurs 27,00€
Ziel 39,00€
Stopp 20,00€
KGV 06e 18
Chance/Risiko 4/3

 

Artikel aus DER AKTIONÄR (40/05).

 

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