- Jan Heusinger

Chinesischer Ökonom: Heute können wir uns einen Handelskrieg mit den USA leisten

Im schwelenden Handelskonflikt mit den USA gießt ein Ökonom der chinesischen Regierung Öl ins Feuer. In einem Interview sieht Mei Xinyu China heute mit den USA auf Augenhöhe und verrät das Ass im Ärmel der Volksrepublik.

„Du führst deinen Krieg, und ich führe meinen“

Mit diesem Zitat Mao Zedongs beschreibt Xinyu die Strategie der Chinesen. Denn die Volksrepublik kann im Handelsstreit einen Trumpf ausspielen: China besitzt US-Staatsanleihen im Wert von gut 1100 Milliarden Dollar. Die kommunistische Führung in Peking hat die Exportüberschüsse der vergangenen Jahre in amerikanische Schuldscheine investiert und wurde so zum größten Gläubiger der Amerikaner. Sollte es zu den angekündigten zusätzlichen Strafzöllen in Höhe von 200 Milliarden Dollar kommen, könnte China diese als Reaktion auf den Markt werfen. Die Flutung mit den Staatsanleihen hätte zur Folge, dass sich die Refinanzierungskosten der USA stark erhöhen würden.

Die negativen Auswirkungen, die diese Maßnahmen auf die Vermögenswerte Chinas hätten, belässt der Wirtschaftswissenschaftler unkommentiert. Denn in diesem Fall „geht es allein darum, wer schneller verliert.“ Sollte China diesen Schritt tatsächlich wagen und Anleihen in großem Umfang verkaufen, würde sich der Handelskrieg zu einem Finanzkrieg mit nicht abschätzbaren Folgen ausweiten.

„Eine Volkswirtschaft, die im Aufschwung ist, hätte gar nicht die Zeit, sich so über andere zu äußern.“

Sehr selbstbewusst und patriotisch zeigt sich Xinyu, als man ihn im Interview mit Vorwürfen des US-Außenministers konfrontiert, wonach China eine „räuberische“ Wirtschaftspolitik und „Diebstahl nie dagewesenen Ausmaßes“ betreibe. Denn die Aussagen zeigten, dass die einst so überlegenen Amerikaner nicht mehr auf dem Weg nach oben sind.

Noch vor zwei Jahrzehnten war die US-Wirtschaft 15-mal größer als die chinesische. Heute hat sich dieser Faktor auf 1,5 verringert und China hat einen Handelskrieg mit den USA nach Meinung des Ökonomen nicht mehr zu fürchten.

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