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- DER AKTIONÄR

China im Bauboom

Der Boom in Asien geht weiter, so auch in China. Die Aktienmärkte im Reich der Mitte haben 2006 zwar bereits eine saftige Rallye hingelegt: Der Shanghai B-Share, einer der Leitindizes des Landes, hat sich vergangenes Jahr mehr als verdoppelt. Doch das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Eine der favorisierten Branchen ist dabei das Baugewerbe. China wird 2008 Gastgeber der Olypmischen Spiele sein – mit jeder Menge Bedarf am Aufbau von Infrastruktur.

Auch 2007 dürften die Aktienmärkte Asiens wieder zu den Top-Gewinnern zählen. Viel Potenzial steckt zum Beispiel in der Baubranche, etwa in China.

Der Boom in Asien geht weiter, so auch in China. Die Aktienmärkte im Reich der Mitte haben 2006 zwar bereits eine saftige Rallye hingelegt: Der Shanghai B-Share, einer der Leitindizes des Landes, hat sich vergangenes Jahr mehr als verdoppelt. Doch das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Marktbeobachter wie Percival Stanion, Leiter des Bereichs Asset Allocation der Londoner Barings Asset Management, sieht trotz der bereits „extrem guten Gewinne“ etwa in China auch in diesem Jahr die stärksten Chancen in den asiatischen Märkten. Eine von Stanions favorisierten Branchen ist dabei das Baugewerbe. China wird 2008 Gastgeber der Olypmischen Spiele sein – mit jeder Menge Bedarf am Aufbau von Infrastruktur. Zudem wird die Mittelschicht im Riesenreich immer größer, mit Träumen von modernem Wohnkomfort. Dazu kommt ein starker Trend zur Verstädterung.

Stark wie Zement

Einer der Profiteure des chinesischen Baubooms ist China National Building Material, kurz CNBM. Das Unternehmen ist der größte Anbieter von Baumaterial im Land, insbesondere von Zement und Gips. Dank der anhaltend hohen Nachfrage erwarten Analysten für 2007 einen Umsatzzuwachs von mehr als 30 Prozent auf umgerechnet rund 880 Millionen Euro. Beim operativen Gewinn kalkulieren die Fachleute mit einem Plus von rund 60 Prozent auf 163 Millionen Euro. Extra Gewinnfaktor ist dabei die anstehende Konsolidierung des Zementmarktes – was CNBM zu höheren Margen verhelfen dürfte. Bereits beim Börsengang im März 2006 war der Markt vom Potenzial der CNBM-Aktie überzeugt: Das Papier war mehr als 500fach überzeichnet.

Pfiffiger Allrounder

Weiterer Anwärter auf ordentliche Baugewinne ist die Baoye Group. Der Konzern errichtet Gebäude aller Art, bietet Bauteile wie Stahl- und Glasstrukturen und entwickelt komplexe Bauprojekte wie einzelne Stadtteile von der Erschließung bis zur „Schlüsselabgabe“. Das Geschäft läuft gut: Im ersten Halbjahr 2006 erreichte der Umsatz 286 Millionen Euro, 13 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2005. Der operative Gewinn verdoppelte sich auf 52 Millionen Euro. Für die kommenden Jahre rechnet Baoye in allen Geschäftsfeldern mit einem weiterhin starken Wachstum. Analysten erwarten für 2007 ein Plus beim Nettogewinn von mehr als 60 Prozent.

Das deutlich kleinere Bauhaus Coastal Greenland errichtet vor allem in Shanghai, Peking und in nördlichen Landesregionen große Wohn- und Bürokomplexe. Innerhalb von drei Jahren will das Unternehmen seine jährliche Bauleistung nahezu verdoppeln. Vor allem angesichts der starken Wachstumsraten Chinas und der zunehmenden Verstädterung sieht Coastal große Entwicklungschancen. Der Gewinn erreichte in der ersten Hälfte des Vorjahres den Rekord von 7,7 Millionen Euro, wenngleich der Umsatz zurückging. Ursache waren Verzögerungen bei mehreren Bauprojekten, die daraufhin in dieser Periode nicht in die Umsatzberechnung eingeflossen waren.

Bauen am Gewinn

Auch wenn Chinas Aktienmärkte bereits einen rasanten Anstieg erlebt haben, steckt in vielen Papieren noch ordentlich Raum für Kursgewinne, so auch in den oben genannten Werten aus dem weiterhin starken Bausektor. Die Papiere von CNBM, Coastal Greenland und Baoye Group sind schöne spekulative Beimischungen. Letztere beiden Werte sind zum Schnäppchenpreis zu haben, verzeichnen allerdings geringere Handelsumsätze als die teurere CNBM. Kommt bei Coastal Greenland der Zeitplan wieder auf Kurs, winken dieses Jahr deutliche Ertragszuwächse.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 04/2007.

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