Yara International
- DER AKTIONÄR

Chemische Reinigung

AdBlue heißt die neue Flüssigkeit, die aus den Abgasen von Dieselkraftfahrzeugen gefährliche Schadstoffe eliminiert. Der norwegische Konzern Yara hat sie entwickelt.

AdBlue heißt die neue Flüssigkeit, die aus den Abgasen von Dieselkraftfahrzeugen gefährliche Schadstoffe eliminiert. Der norwegische Konzern Yara hat sie entwickelt.

Am 31. Januar 2006 eröffnete der norwegische Konzern Yara im niederländischen Sluiskil die weltweit größte Anlage zur Produktion von AdBlue. AdBlue ist eine hochreine Harnstofflösung, die als Reduktionsmittel für die Eliminierung von Stickstoffoxiden in Abgasen, die aus Dieselkraftfahrzeugen stammen, eingesetzt wird. Um den bereits 2005 erlassenen Abgasgrenzwerten in der Europäischen Union (Euro IV-Grenzwert), die 2008 noch einmal verschärft werden sollen (Euro V-Grenzwert), gerecht zu werden, setzen mittlerweile alle großen europäischen Nutzfahrzeughersteller auf AdBlue.

Sauberer und billiger

AdBlue beinhaltet in geringen Mengen Ammoniak, der sich im Abgasstrom eines Nutzfahrzeuges erwärmt. Durch die Erwärmung reagiert der Ammoniak mit den Stickstoffoxiden und verwandelt diese in Wasserdampf und harmlosen, atmosphärischen Stickstoff. Damit AdBlue optimal reagieren kann, hat Yara in Kooperation mit der Nutzfahrzeugindustrie das Katalysatorensystem SCR (Selektive Katalytische Reduktion) für Dieselfahrzeuge entwickelt. Dieses garantiert eine konstante Vermischung von Abgasen und AdBlue. Messungen haben gezeigt, dass durch den Einsatz der SCR-Katalysatoren und AdBlue die Stickstoffoxide im Abgas um 85 Prozent reduziert werden. Zudem wird der Anteil der im Abgas enthaltenen Rußpartikel um 40 Prozent gesenkt. Gleichzeitig ergeben sich beim Kraftstoffverbrauch Einsparungen um bis zu fünf Prozent. Yara wird in Sluiskil anfänglich bis zu 200.000 Tonnen AdBlue im Jahr herstellen. Man geht davon aus, dass sich der Bedarf an AdBlue bis zum Jahr 2012 auf jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen belaufen wird. Um seine Kunden europaweit schnell mit AdBlue beliefern zu können, ist Yara eine Partnerschaft mit dem Chemielogistikunternehmen Brenntag eingegangen.

Lukratives Geschäftsfeld

DER AKTIONÄR hat seinen Lesern Yara zum ersten Mal in Ausgabe 14/05 vorgestellt. Das Papier ist aber nach wie vor ein Kauf, da es an der Börse mit einem KGV von 10 und einem KUV von 0,7 für 2006 sehr günstig bewertet ist. Yara zählt weitweit zu den größten Herstellern von Mineraldünger. Der Konzern, der am 25. März 2004 als Spin-Off von Norsk Hydro an die Börse gebracht wurde, hat sich zudem auf die Produktion von Industriegasen und Chemikalien spezialisiert. Mit AdBlue, das von Yara unter dem Markennamen Air1 vermarktet wird, haben sich die Norweger im Chemiegeschäft ein lukratives Geschäftsfeld erschlossen.

Fazit

Aufgrund der günstigen Börsenbewertung und der guten Aussichten ist Yara ein Kauf. Das Papier eignet sich auch für konservative Anleger.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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