BASF SE O.N.
- DER AKTIONÄR

Chemie neu erfunden

Im November dürften in den Führungsetagen der Badischen Anilin und Soda Fabrik, kurz BASF, die Sektkorken geknallt haben. Denn nach vergeblichen Anläufen im Frühjahr hatte die Aktie erneut in Richtung 70-Euro-Hürde angesetzt - und sie Anfang November erstmals genommen. Die Umstrukturierung und das forcierte Umsatzwachstum schaffen offenbar Vertrauen an der Börse und bieten Raum für weitere Kurssteigerungen.

Umstrukturierung und Wachstumspläne bei BASF verschaffen der Aktie neues Vertrauen. Das Papier kletterte auf ein neues Allzeithoch.

Im November dürften in den Führungsetagen der Badischen Anilin und Soda Fabrik, kurz BASF, die Sektkorken geknallt haben. Denn nach vergeblichen Anläufen im Frühjahr hatte die Aktie erneut in Richtung 70-Euro-Hürde angesetzt - und sie Anfang November erstmals genommen. Die Umstrukturierung und das forcierte Umsatzwachstum schaffen offenbar Vertrauen an der Börse und bieten Raum für weitere Kurssteigerungen.

Riesiges Geschäftsfeld

Das DAX-Schwergewicht verdient sein Geld mit Chemikalien, Kunststoffen und Veredelungsprodukten, die etwa bei der Herstellung von Papier, Waschmittel und Kaugummi eingesetzt werden. Dazu kommen Pflanzenschutzmittel und Nahrungsmittelzusätze sowie Öl und Gas. Damit hat BASF im dritten Quartal 2006 gegenüber der Vorjahresperiode ein Umsatzplus von gut 28 Prozent auf mehr als dreizehn Milliarden Euro erzielt. Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen legte um nahezu 14 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Das Nettoergebnis sank allerdings um rund 24 Prozent auf 613 Millionen Euro. Hauptursachen hierfür sind ein hoher Sonderertrag im Vergleichsquartal und Übernahmen, welche die Kassen belasten: BASF kaufte den Katalysatorenhersteller Engelhard, das Bauchemie-Geschäft von Degussa und den Harzproduzenten Johnson Polymers. Unter dem Strich hat der Chemie-Gigant seine Prognosen für das Gesamtjahr jedoch bestätigt und sich für das nächste Jahr optimistisch gezeigt. Mehr als 50 Milliarden Euro Umsatz erwarten die Ludwigshafener 2006 und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen über dem Vorjahreswert.

Kosten senken, Umsatz steigern

Bis 2008 soll die anlaufende Umstrukturierung jährlich 300 Millionen Euro Kosten sparen. Etwa die Zusammenlegung von Standorten und ein Stellenabbau vor allem in Asien und Nordamerika. Und mit der gezielten Förderung der selbsternannten „Zukunftsthemen“ Energiemanagement, Rohstoffwandel, Nanotechnologie, Pflanzenbiotechnologie und Weiße Biotechnologie will der Weltkonzern in den kommenden Jahren die Umsätze ankurbeln. Bei Weißer Biotechnologie werden Produkte mit biotechnischen Verfahren hergestellt, zum Beispiel Biokraftstoffe. Extra-Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sollen in den nächsten Jahren ebenfalls die Umsätze steigern. Der fortgesetzte Aktienrückkauf soll zusätzlich den Gewinn pro Aktie trimmen.

Günstiges Schwergewicht

Das neue Allzeithoch der BASF-Aktie zeigt, dass der Chemieriese mit den Konzepten zur Kostensenkung und Umsatzsteigerung offenbar überzeugt hat. Erste Früchte dürfte BASF im Laufe des nächsten Jahres ernten. Attraktiv ist auch die im Konkurrenzvergleich deutlich günstigere Bewertung des Papiers mit einem aktuell für 2007 geschätzten KGV von 10.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 50/2006.

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