ThyssenKrupp
- Werner Sperber - Redakteur

Chart-Check ThyssenKrupp: Jetzt ist es verdammt eng

Jüngst hat Vorstandsvorsitzender Dr. Heinrich Hiesinger bei der Bundesregierung um dauerhaft billigen Strom für ThyssenKrupp gebettelt, nun bettelt der Aktienkurs um einen Halt. Im Vergleich zum DAX, welcher sich wenig bewegt, verliert die Notierung heute an Wert und das auch noch in einem hohen Ausmaß.

Auch bei einem Jahresumsatz von mehr als 43 Milliarden Euro ist ein Auftrag im Wert von einer halben Milliarde Euro ein Großauftrag. Für diese 500 Millionen Euro möchte sich der staatliche Ölkonzern Socar aus dem vorderasiatischen Staat Aserbaidschan eine Düngemittelfabrik bauen lassen. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung beruft sich in diesem Zusammenhang auf einen hochrangigen Socar-Manager, der gesagt habe: "ThyssenKrupp ist dafür im engeren Favoritenkreis. Wir haben großes Interesse daran, mit deutschen Unternehmen zu arbeiten." Socar plane in den nächsten Jahren Expansions-Investitionen im Umfang von rund 49 Milliarden Euro. Der Stahl- und Technologiekonzern aus Essen hat demnach Chancen, sich für weitere Aufträge zu bewerben. Zunächst sollte sich jedoch erst das charttechnische Bild aufhellen.

16,70 Euro müssen halten

Die Notierung von ThyssenKrupp verliert heute deutlich, während sich der DAX wenig verändert. Die nächste sehr wichtige Unterstützung für den Aktienkurs ist die horizontale Linie bei 16,70 Euro, welche nicht unterschritten werden sollte. Darunter befindet sich die nächste Unterstützung bei 16,20 Euro, wo derzeit die seit März 2003 gültige Aufwärtstrendlinie verläuft. Darunter befindet sich eine weitere horizontale Linie bei 16 Euro. Der nächste Widerstand ist die seit Juni vergangenen Jahres gültige Abwärtstrendlinie, welche aktuell bei 19,35 Euro verläuft. Danach folgen horizontale Hürden bei 20 Euro, bei 21,70 Euro, bei 23,60 Euro und bei 26,40 Euro. Zwar ist das Verkaufsignal des Indikators MACD von Anfang Februar noch intakt, doch bewegt sich der Relative-Stärke-Indikator vergleichsweise weit unten, so dass es wahrscheinlich ist, dass der Aktienkurs demnächst wieder anzieht.

Fundamental solide

Die Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für die Ende September ablaufenden Geschäftsjahre 2011/12 bis 2013/14 stark gesenkt. Sie erwarten nun Ergebnisse von 0,50 Euro, von 1,90 Euro und von 2,72 Euro je Aktie. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 34, von 9 und von 6. Bei einem Eigenkapital pro Anteil von 19,44 Euro beträgt das Kurs-Buchwert-Verhältnis nur 0,88. Selbst wenn nur das den Aktionären zuzurechnende Eigenkapital von 16,74 Euro pro Anteil zu dieser Berechnung herangezogen wird, beträgt das KBV lediglich 1,02. Nach unten sollte die Notierung damit abgesichert sein. Es bleibt deshalb beim Kursziel von 26 Euro und dem Stoppkurs bei 16,20 Euro.

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