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Ceramic Fuel Cells - Es geht auch Down under

Von Ingo Hübner

Australien ist eigentlich nicht das Land, das man als Speerspitze der Brennstoffzellentechnik bezeichnen möchte, doch auch in Down under ist man in puncto alternative Energieversorgung nicht untätig. Das beweist die seit Juli an der Börse gelistete Ceramic Fuel Cells (CFCL) zurzeit recht eindrucksvoll. Das Unternehmen, das an der Kommerzialisierung von Festoxid-Brennstoffzellen arbeitet, hat im November mit dem neuseeländischen Kraftwerksbetreiber Powerco eine Vereinbarung über umfangreiche Praxistests ab dem kommenden Jahr in Neuseeland unterzeichnet. CFCL liefert für diesen Feldversuch Brennstoffzellenanlagen, die Erdgas für die Energieerzeugung nutzen und ein Kilowatt Strom sowie ausreichend Warmwasser für einen durchschnittlichen Privathaushalt liefern.


Für das australische Unternehmen ist das die weltweit erste kommerzielle Vereinbarung mit der Industrie. Weitere streben die Australier vor allem in Europa an, wo sie bereits mit der britischen Ceram einen Vertrag über die Errichtung eines Produktionsstandortes unter Dach und Fach gebracht haben. Diese wichtigen "Etappensiege" kommen natürlich nicht von ungefähr: Seit zwölf Jahren arbeitet CFCL an der Festoxid-Brennstoffzelle, in deren Entwicklung bereits 130 Millionen Australische Dollar geflossen sind.

Vielseitige Brennstoffzelle

Der Grund für das Interesse von Powerco an der Technik der Australier ist die Vielseitigkeit der Festoxid-Brennstoffzelle: Sie kann mit Erdgas, Biogas oder Ethanol als Primärenergie betrieben werden und ist im Unterschied zu den meisten anderen Brennstoffzellentypen nicht auf Wasserstoff beschränkt, so Powerco-Geschäftsführer Steven Boulton über den Deal. Natürlich ist CFCL nicht das einzige Unternehmen, das an der Kommerzialisierung einer Festoxid-Brennstoffzelle für den Einsatz in Wohnhäusern arbeitet, auch die schweizerische Sulzer Hexis testet sie bereits in der Praxis. Doch die Welt ist bekanntlich groß und allein Australien und Neuseeland wären für CFCL bereits ein ausreichender Markt.

Fazit: Wichtige Hürde genommen

Mit dem Beginn von Praxistests haben die Australier eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Marktreife ihres Produktes genommen. Das Vertrauen eines Unternehmens in ihre Technik sollte es leichter machen auch in Europa Partner für weitere Tests zu finden. Sicherlich wird es noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bevor CFCL seine Brennstoffzellen an den Endkunden verkaufen kann. Doch das Unternehmen ist im Moment auf gutem Weg, dass dies gelingt - schließlich ist die Kriegskasse mit 15 Millionen Dollar aus dem Börsengang auch gut gefüllt.


ISIN AU000000CFU6
Kurs am 10.12.2004 0,59 €
Empfehlungskurs 0,59 €
Ziel 1,00 €
Stopp 0,42 €
KGV 2005e
Chance/Risiko 5/5

Hinweis: Der Artikel ist in Ausgabe #51/04 von DER AKTIONÄR erschienen.

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