Centrotherm Photovoltaics
- Alfred Maydorn - Redakteur

Centrotherm: Firma gerettet, Aktionäre (fast) enteignet – droht der Kurskollaps?

Die Aktie von Centrotherm verliert am Donnerstag über zehn Prozent an Wert, nachdem der angeschlagene Solarkonzern einen Insolvenzplan vorgelegt hat. Dieser könnte zwar das Unternehmen retten, nimmt aber den Aktionären 80 Prozent ihres Aktienbestandes.

Centrotherm hat mit den seinen Gläubigern eine Einigung erzielt. Sie treten 70 Prozent ihrer Forderungen ab und erhalten dafür 80 Prozent der Aktien des Unternehmens. Von wem? Von den Altaktionären. Wird der Insolvenzplan angenommen, schrumpfen fünf Centrotherm-Aktien zu einer zusammen.

Konkret sieht der Insolvenzplan einen Kapitalschnitt im Verhältnis von 5 zu 1 und eine anschließende Kapitalerhöhung auf das ursprüngliche Niveau vor. Dieser Debt-to-Equity-Swap bedarf noch der Zustimmung der Gläubiger und der Bestätigung durch das Insolvenzgericht.

Aus fünf Aktien wird eine

Im Rahmen des Kapitalschnitts werden fünf Aktien zu einer Aktie zusammengelegt. Anleger verlieren also 80 Prozent ihrer Aktien. Dann wird per Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen die Aktienanzahl wieder auf das ursprüngliche Niveau erhöht. Die neuen Aktien erhalten die Gläubiger von Centrotherm.

Ist der sogenannte Debt to Equity-Swap abgeschlossen, ist das Unternehmen schuldenfrei und 80 Prozent aller Aktien befinden sich im Besitz der Gläubiger. Die Zahl der Aktien bei den Altaktionären hat sich indes gefünftelt.

Ambitionierte Prognose

Für die jetzigen Aktionäre rechnet sich das Geschäft nur, wenn sich der Aktienkurs nach Durchführung der Kapitalmaßnahmen verfünffacht, denn sie halten dann statt fünf Aktien nur noch eine. Ob diese Rechnung aufgeht, ist zumindest ungewiss. Denn auch eine schuldenfreie Centrotherm ist noch immer den anhaltenden Problemen der Branche ausgesetzt. Die neuen Gewinnprognosen von Centrotherm für die Jahre 2014 und 2015 klingen vor diesem Hintergrund sehr ambitioniert. Es wird ein Jahresüberschuss von 22 bzw. 23 Millionen Euro angepeilt.

Es bleibt spannend
DER AKTIONÄR rät Anlegern bei Centrotherm zur Zurückhaltung, bis die Kapitalmaßnahmen durchgeführt sind. Im Vorfeld ist durchaus mit größeren Kursverwerfungen zu rechnen. Welcher Anleger verliert schon gerne 80 Prozent seines Aktienbestandes?

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