Centrosolar Group
- Alfred Maydorn - Redakteur

Centrosolar: So geht es weiter mit Unternehmen und Aktienkurs

Centrosolar hat am Dienstag weitreichende Umstrukturierungsmaßnahmen angekündigt. Anleger reagierten schockiert, der Aktienkurs brach ein. Vor allem die Unsicherheit belastet. DER AKTIONÄR zeigt, wie es mit dem Solarunternehmen und der Aktie weitergehen könnte.

Auch Centrosolar wurde von der laufenden Krise der Solarbranche erwischt und ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Zudem hat der Konzern Nettoschulden von 90 Millionen Euro aufgetürmt. Jetzt steuert Centrosolar gegen und will sich neu aufstellen.

Kernpunkte der Umstrukturierung ist ein Debt-to-Equity-Swap, also der Tausch von Schulden in Aktien. Die laufende Anleihe über 50 Millionen Euro soll in Aktien umgewandelt werden. Die Centrosolar-Anleihe notierte in den vergangenen Wochen um die Marke von 40 Prozent (aktuell bei 30 Prozent), was bei einem Nominalwert von 50 Millionen Euro also 20 Millionen Euro ausmacht. Denkbar ist also ein Tausch der Anleihe in 20 Millionen neue Aktien zu 1,00 Euro.

Drei Mal so viele Aktien

Gleichzeitig soll eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden, bei der die Aktionäre weitere 20 Millionen neue Aktien zu ebenfalls 1,00 erhalten könnten. Insgesamt würde sich dann die Zahl der Aktien nach den Kapitalmaßnahmen auf 62 Millionen in etwa verdreifachen. Dafür wäre Centrosolar aber gut die Hälfte seiner Schulden los und hätte 20 Millionen Euro frische Liquidität.

Darüber hinaus haben die Banken Bereitschaft signalisiert, Zinsen und Tilgungen der weiteren Kredite zu stunden und ihre Finanzierungen bis 2014 zuzusagen. Somit wäre aus dem bilanziell angeschlagenen Solarkonzern ein Unternehmen mit deutlich mehr Eigenkapital und Liquidität und mit einer sauberen Bilanz geworden, das in der Lage ist, von der sich aufhellenden Stimmung der Branche zu profitieren.

Fairer Kurs 1,90 Euro?

Wenn es gelingt, im laufenden Jahr die Umsätze nur auf dem Niveau von 2012 zu halten, also bei rund 230 Millionen Dollar und dabei ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen, dann wäre dank der deutlich verbesserten bilanziellen Situation eine Börsenbewertung von 100 bis 120 Millionen Dollar durchaus angemessen. Bei nach den Kapitalmaßnahmen 62 Millionen Aktien entspräche dies also Kursen von 1,60 bis 1,90 Euro.

Noch ist ungewiss zu welchen Konditionen der Umtausch und die Kapitalerhöhung tatsächlich stattfinden. Aber wenn es in etwa so abläuft wie aufskizziert, ist das aktuelle Kursniveau von knapp unter einem Euro pro Aktie deutlich zu niedrig.

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