Centrosolar Group
- Alfred Maydorn - Redakteur

Centrosolar: Das perfekte Übernahmeziel

Das deutsche Solarunternehmen Centrosolar glänzt im Vergleich zur Konkurrenz mit zahlreichen Vorteilen. Bisher hatte die Aktionärsstruktur den Einstieg eines strategischen Investors unwahrscheinlich gemacht. Jetzt ist der Weg frei für potenzielle Interessenten.

Mit einer Produktionskapazität von 350 MW zählt Centrosolar eher zu den kleineren Modulproduzenten. Das ist in Zeiten von weltweiten Überkapazitäten eher ein Vorteil. Zudem ist Centrosolar dank der Fokussierung auf das überdurchschnittlich stabile und margenstarke Dachgeschäft weitaus geringeren Absatzschwankungen unterworfen.

Starke Vertrieb, hohe Innovationskraft

Besonders interessant ist das gute Vertriebsnetz in Europa und den USA, einem der größten Wachstumsmärkte der kommenden Jahre. Durch die gerade genehmigten Anti-Dumping-Zölle in den USA gegenüber chinesischen Unternehmen von bis zu 250 Prozent bieten sich hier für Centrosolar völlig neue Möglichkeiten.

Centrosolar erwirtschaftet bereits knapp 70 Prozent seiner Umsätze im Ausland und ist so relativ unabhängig vom deutschen Solarmarkt, der in den nächsten Jahren bestenfalls stagnieren dürfte. Die technologische Innovationskraft im Bereich Eigenstromnutzung ist ein weiterer Vorteil des deutschen Solarkonzerns. Auch die vergelichsweise soliden Zahlen sprechen für Centrosolar.

Interessante Aktionärsstruktur

Für einen strategischen Investor bietet Centrosolar also gleich reihenweise Vorteile. Bisher war die Aktionärsstruktur das größte Hindernis für einen möglichen Einstieg in das deutsche Solarunternehmen. Gut 26 Prozent, als eine Sperrminorität, befanden sich im Besitz der ehemaligen Konzernmutter Centrotec. Mittlerweile wurde dieses Paket - vermutlich über die Börse - verkauft, was zur Folge hat, dass sich nun fast alle ausstehenden Aktien von Centrosolar im Streubesitz befinden.

Für einen potenziellen Investor ein ideales Szenario. Durch geschickte Zukäufe lässt sich nun ein größeres Aktienpaket über die Börse erwerben, ohne dass es zeitnah zu Veröffentlichungen im Hinblick auf eventuelle Stimmrechtsüberschreitungen kommen muss.  

Ein echtes Schnäppchen

Auf dem aktuellen Kursniveau ist Centrosolar mit 27 Millionen Euro attraktiv bewertet. Zum Vergleich: Für die Übernahme des Geschäftsbetriebes der insolventen Q-Cells hatte die Hanwha vor Kurzem inklusive der übernommenen Schulden gut 200 Millionen Euro auf den Tisch legen müssen. Solarworld wird and er Börse derzeit mit 154 Millionen Euro bewertet und hat mit Firmenchef Frank Asbeck einen Großaktionär, der knapp 28 Prozent der Aktien hält, also mehr als die Sperrminorität von 25 Prozent.

Neue Dynamik

Man darf gespannt sein, wer die attraktive Bewertung und die günstige Aktionärsstuktur von Centrosolar nutzt, um sich bei einem der aussichtsreichsten Solarfirmen einzukaufen. Die Aktie hat sich nach ihren zuletzt sehr kräftigen Kursausschlägen wieder beruhigt und sich zwischen 1,30 und 1,40 Euro eingependelt. Sollten neue Einstiegs- oder Übernahmegerüchte aufkeimen, dürfte schnell wieder neue Aufwärtsdynamik in das Papier kommen.

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