Celgene
- Michel Doepke - Redakteur

Celgene-Deal auf der Kippe – Bristol-Myers Squibb unter Beschuss

Die historische Fusion zwischen Celgene und Bristol-Myers Squibb steht auf der Kippe. Namhafte Investoren wollen den Merger nicht, im Gegenzug wirbt Bristol-Myers für den Deal. Die Spannung steigt – für den 12. April hat der potenzielle Käufer die notwendige Hauptversammlung angesetzt.

Neues Onkologie-Powerhouse?

Zusammen würde einer der größten Player im Bereich der Onkologie entstehen. 2018 erzielte Celgene einen Umsatz von 15,3 Milliarden Dollar (der Löwenanteil entfällt dabei auf Revlimid). Bristol-Myers erlöste 22,6 Milliarden Dollar. Dies entspricht in Summe einen Jahresumsatz von 37,9 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Roche aus der Schweiz erzielte 2018 einen Umsatz von 53,5 Milliarden Dollar.

Doch Celgene wird in einigen Jahren mit auslaufenden Revlimid-Patenten zu kämpfen haben. Zwar hat sich der Konzern vergangenes Jahr mit dem Krebsimmuntherapie-Spezialisten Juno Therapeutics verstärkt. Doch das Segment ist umkämpft – mit Gilead (durch die Übernahme von Kite Pharma) und Novartis muss sich Celgene mit zwei namhaften Rivalen auseinandersetzen.

Das stößt einigen Großaktionären von Bristol-Myers Squibb offenbar sauer auf. Nach Wellington Management stellt sich auch der aktivistische Investor Starboard Value quer, ein solcher Zukauf sei schlecht konzipiert und unklug. In der Tat, Bristol-Myers könnte mit den 74 Milliarden Dollar auch andere Übernahmen tätigen oder Lizenzdeals schnüren. Doch die jüngsten Deals in der Biotech-Branche zeigen: Erstklassige Technologien oder Plattformen kosten Milliarden und satte Prämien. An dieser Stelle ist die Akquisition von Spark Therapeutics durch den Schweizer Pharma-Giganten Roche zu nennen.

 

Quelle: Bristol-Myers Squibb

Nicht mitspielen

Ob die Fusion zwischen den beiden Biopharma-Schwergewichten zustande kommt, ist ungewiss. Anleger sollten sich auf das Spiel vorerst nicht einlassen und an der Seitenlinie verharren.

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