Celesio
- Markus Bußler - Redakteur

Celesio: Schwache Zahlen, oder etwa doch nicht?

Der Pharmagroßhändler Celesio liefert für das erste Halbjahr auf den ersten Blick schwache Zahlen. Der Konzern meldet einen Verlust von 183,9 Millionen Euro. Allerdings sind es vor allem Einmaleffekte, die den Konzern tief in die Verlustzone drücken. Anders sieht es beim operativen Ergebnis aus.

Hier kann das im MDAX notierte Unternehmen sogar Zuwächse verzeichnen. Der Umsatz kletterte um 1,8 Prozent auf 11,25 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis stieg um 10,1 Prozent auf 283,5 Millionen Euro. Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, die Groß- und Einzelhandelsaktivitäten in der Tschechischen Republik für einen Kaufpreis von insgesamt 84,5 Millionen Euro an die Investorengruppe Penta zu verkaufen.

Bilanz bereinigt

Mit den Halbjahreszahlen macht Celesio auch reinen Tisch in der Bilanz. Auf den heute vermeldeten Verkauf und die bereits erfolgten Verkäufe von Movianto und Pharmexx sowie auf das noch geplante Desinvestment von DocMorris und dem in Erwägung gezogenen Verkauf des Großhandels in Irland wurden Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt 228,0 Millionen Euro vorgenommen. „Insbesondere für DocMorris, Pharmexx und Movianto wurden vor Jahren im Rahmen der damaligen Celesio-Strategie hohe strategische Preise bezahlt, die sich im aktuellen Marktumfeld nicht mehr erzielen lassen", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

„Unsere Maßnahmen zur Stabilisierung greifen, Celesio ist trotz weiterhin schwieriger Märkte im operativen Geschäft wieder auf einem guten Kurs", sagt Celesio-Vorstandsvorsitzender Markus Pinger. „Auch strategisch haben wir erhebliche Fortschritte gemacht. Der Verkauf von Movianto, Pharmexx und der Aktivitäten in der Tschechischen Republik ist uns früher als erwartet gelungen. Wir können uns jetzt stärker darauf konzentrieren, das Wachstum in unserem Kerngeschäft zu beschleunigen. Unsere neue Konzernstruktur wird durch erhebliche Synergieeffekte die positive Entwicklung von Celesio zusätzlich fördern. Darüber hinaus haben wir in unserer Halbjahresbilanz klar Schiff gemacht. Wir setzen unsere Strategie Schritt für Schritt um."

DER AKTIONÄR hatte sich im Vorfeld der Zahlen bereits mehrfach positiv zu der Aktie des Pharmagroßhändlers Celesio geäußert. Der neue Vorstandsvorsitzende treibt den Konzernumbau wesentlich schneller als von vielen Experten gedacht voran. Anleger, die der Empfehlung des AKTIONÄRs gefolgt sind, lassen ihre Gewinne laufen. Aber auch für noch nicht investierte bieten Rücksetzer interessante Einstiegschancen. Nach der Portfoliobereinigung dürfte Celesio auf dem Markt eine Neubewertung erfahren.

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