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Ce Consumer - Der Pleitegeier kreist

Der ehemals im SDAX gelistete Chip-Händler CE Consumer hat im ersten Halbjahr tiefrote Zahlen geschrieben. Nachdem die Hälfte des Grundkapitals bereits aufgezehrt ist, droht den Münchnern jetzt das Aus.

Der ehemals im SDAX gelistete Chip-Händler CE Consumer hat im ersten Halbjahr tiefrote Zahlen geschrieben. Nachdem die Hälfte des Grundkapitals bereits aufgezehrt ist, droht den Münchnern jetzt das Aus.

Von Steffen Eidam

Der Chipbroker CE Consumer Electronic ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Zum Stichtag 30. September verfügt das Unternehmen nur noch über die Hälfte des Grundkapitals. Ob und wie es weitergeht, wird das Management unverzüglich in einer außerordentlichen Hauptversammlung mitteilen. Eines steht bereits jetzt fest: Für die defizitäre US-Tochter SND Electronics gibt es kein Halten mehr.

Katastrophales Halbjahr

Das hat sich der umtriebige Firmengründer Erich Lejeune bei seinem Abgang wohl anders vorgestellt. Nach der Vorlage von katastrophalen Halbjahreszahlen droht "seinem" Unternehmen das Aus. Die Gesellschaft verfügt per Ende September voraussichtlich nur noch über ein Grundkapital in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Der Vorstand sieht sich daher verpflichtet, im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung über die weitere Strategie zu berichten. Nach Angaben des Unternehmens beläuft sich der Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf 164,5 Millionen Euro und das EBIT auf -21,2 Millionen Euro. Das Ergebnis wurde in erster Linie von der schwachen Entwicklung bei der US-Tochter SND Electronics geprägt. Der Vorstand von CE Consumer hat sich infolge einer Überprüfung von SND darauf geeinigt, dass ein Weiterbetrieb des Geschäftes in Nord- und Mittelamerika nicht möglich sei. Dem Aufsichtsrat schlägt man daher eine Abspaltung der US-Sparte vor. Eine Werthaltigkeitsprüfung aller Beteiligungsansätze und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen wurde bereits eingeleitet. Den Aktionären dürften beim Blick auf die Notierung der CE-Titel kalte Schauer über den Rücken jagen: Das Papier sackte bis dato um rund 50 Prozent(!) ein. Inwieweit sich die insgesamt 510 Mitarbeiter Sorgen um ihre Zukunft machen müssen, steht bislang noch nicht fest. Die Platow Börse spricht in diesem Zusammenhang aber von einem Pleitegeier, der in "sehr engen Bahnen kreist".

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