- DER AKTIONÄR

Cash-König Onvista

Nach der Veräußerung der Beteiligung an IS.Teledata verfügt der Onvista-Konzern über mehr als 40 Millionen Euro Cash. Das operative Geschäft gibt es derzeit fast geschenkt. Erst in der vergangenen Woche hat der Vorstand die Prognose für das laufende Jahr erhöht.

Nach der Veräußerung der Beteiligung an IS.Teledata verfügt der Onvista-Konzern über mehr als 40 Millionen Euro Cash. Das operative Geschäft gibt es derzeit fast geschenkt. Erst in der vergangenen Woche hat der Vorstand die Prognose für das laufende Jahr erhöht.

Von Michael Lang

Dass Börsianer nicht immer rational agieren und sich oftmals von Angst und Gier leiten lassen, ist hinreichend bekannt. So wurden im Jahr 2003 auf dem Höhepunkt der Aktienbaisse sogar profitabel arbeitende Gesellschaften zum Teil deutlich unter ihrem Netto-Cashbestand gehandelt. Mittlerweile gibt es jedoch nur noch wenige Aktien, deren Wert fast vollständig durch liquide Mittel gedeckt ist und die aus diesem Grund ein besonders gutes Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen.

Üppiges Cash-Polster

Eine dieser seltenen Gelegenheiten bietet sich derzeit bei der Kölner Onvista AG, deren Aushängeschild das gleichnamige Finanzportal ist. In der vergangenen Woche veräußerten die Rheinländer ihre 38-Prozent-Beteiligung am IT-Unternehmen IS.Teledata an die amerikanische Interactive Data Corporation. IS.Teledata war 2003 aus der Fusion der Konzerntochter Onvista Technologies mit einem ihrer größten Wettbewerber entstanden. Der nun erzielte Verkaufserlös in Höhe von 17,1 Millionen Euro lässt das ohnehin schon üppige Finanzpolster der Kölner auf 40,6 Millionen Euro anwachsen, wobei 1,8 Millionen Euro zur Absicherung von abgegebenen Garantien für bis zu vier Jahre auf einem verzinslichen Treuhänderkonto hinterlegt werden. Der Cash-Bestand je Onvista-Aktie steigt damit auf 6,06 Euro.

Marktführer Onvista.de

Verbleibendes Standbein der Kölner ist das im Geschäftsfeld Media zusammengefasste Internetgeschäft, dessen Aushängeschild Onvista.de mit mehr als 70 Millionen Seitenabrufen im Monat Marktführer unter den deutschen Finanzportalen ist. Das Kerngeschäft entwickelte sich in den vergangenen Monaten derart positiv, dass der Vorstand die Prognose für das laufende Geschäftsjahr erneut signifikant angehoben hat. Erwartet wird nun ein Konzernumsatz von deutlich über neun Millionen Euro sowie ein Vorsteuergewinn von 1,5 Millionen Euro. Im kommenden Jahr dürfte das Vorsteuerergebnis bei Erlösen von über zwölf Millionen Euro die Marke von zwei Millionen Euro deutlich hinter sich lassen. Lässt man die liquiden Mittel außen vor, wird das operative Geschäft bei einem Kurs von sieben Euro lediglich mit dem halben 006er-Umsatz und einem KGV von unter 5 bewertet. Im Hintergrundgespräch mit dem aktionär bestätigte Onvista-Vorstand Michael W. Schwetje zudem, dass auch eine Sonderdividende als mögliche Option in der Diskussion ist.

Neu im Trading-Depot

Nach Schätzungen des aktionärs liegt der derzeitige Marktwert des verbleibenden Onvista-Kerngeschäfts bei mindestens 20 Millionen Euro oder drei Euro je Aktie. Inklusive der liquiden Mittel errechnet sich ein aktueller Wert je Anteilschein von über neun Euro. Aufgrund der hohen Wachstumsraten sind mittelfristig durchaus zweistellige Kurse realistisch, wobei eine etwaige Sonderausschüttung zusätzliche Fantasie in die Aktie bringen würde. Angesichts des herausragenden Chance-Risiko-Verhältnisses wurde Onvista zu 6,69 Euro ins Trading-Depot aufgenommen.

Artikel aus DER AKTIONÄR 47/05

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