Adobe Systems
- DER AKTIONÄR

Cash für Flash?

Wenn es nach Branchenkennern geht, ist der Softwarekonzern Adobe Systems ein potenzielles Übernahmeobjekt. Aus mehreren Gründen.

Wer des Öfteren im Internet surft, kommt am Thema Flash nicht mehr vor­­­bei. Diese Technologie ist bei Gra­fi­­ken und Präsen­tati­o­­nen im Netz omnipräsent – viele animierte Web­­sei­­ten starten gar nicht erst mit ihrem Auf­bau, wenn nicht die ent­­spre­chen­de Flash-Software auf dem Rech­ner ins­talliert ist. Hinter dieser Software steht das US-Un­­ter­nehmen Ado­­be Systems. Das war allerdings nicht immer so. Erst 2005 hatte Ado­be die Firma Ma­cro­­me­dia übernommen, einen Spezialisten für Ani­ma­tions- und Grafik­pro­gram­me; aus dem frü­he­ren Macromedia Flash Player wurde schließlich der Adobe Flash Player.

Flash-Filme auf dem Handy?

Ein cleverer Schachzug. Nicht nur weil Adobe damals lediglich 3,4 Milliarden Dollar für Macromedia bezahlte, also ge­rade einmal so viel wie ein der­zei­tiger Jahresumsatz (Schätzung 2008: 3,58 Mil­liarden Dollar). Viel interessan­ter ist, dass Flash-Applikationen auf dem Handy bereits als der nächste Boom im Telekommunikatioonsssektor gehandelt werden. Firmen wie Apple wer­den dieses Thema dann besonders stark vorantreiben. Und Branchen­ken­­ner spekulieren schon, ob sich der Com­puter­riese vielleicht sogar Adobe ein­ver­lei­ben könnte. Durchaus nicht un­realistisch: Adobe wird derzeit an der Börse mit 20 Mil­liarden Dollar be­­wer­tet, eine Summe, die nicht viel ober­­­­halb der aktuel­len Barmittel von Apple liegt. Andere Experten hal­ten aber auch eine Ko­ope­ration mit Yahoo für mög­lich, die vor allem im Be­reich Online-Werbung interessant wäre. Die neueste Entwicklung bei Adobe würde dabei sicherlich zum Tragen kommen: Die Gesellschaft aus dem kalifornischen San Jose arbeitet aktuell an einer Technologie namens Air, die Informationen und An­wen­dungen aus dem Internet auf dem Desktop nutz­bar macht, und zwar – und das ist das Besondere daran – auch dann, wenn der Nutzer gar nicht online ist.

Fazit

Adobe hat einige interessante Lösun­gen im Portfolio, welche die Zukunft der Informationstechnologie maß­geb­lich mitbestimmen könnten. Spekulationen über das mög­­liche Interesse von Seiten einiger IT-Grö­ßen ver­schaf­fen der Aktie zu­sätz­lich einen Schuss Übernahmefan­ta­­sie. Nach der Korrektur der Monate De­zem­­­­ber und Januar hat die Adobe-Notierung mitt­lerweile ein Niveau erreicht, das sich zum Aufbau einer kleinen Po­si­ti­on eignet.

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