Cancom IT Systeme
- Markus Horntrich - Chefredakteur

CANCOM: 2014 wird ein neues Rekordjahr

Erfolgreiche Kapitalerhöhung: Mit der Platzierung von rund 2,4 Millionen neuen Aktien hat der TecDAX-Konzern CANCOM einen Nettoemissionserlös von 54,6 Millionen Euro erzielt. Mit seiner Private-Cloud-Lösung zählt der AKTIONÄRs-Musterdepotwert zu den technologisch führenden Anbietern im deutschen Mittelstandsgeschäft. Die hohe Nachfrage beschert den Münchnern neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn. Im Interview mit dem AKTIONÄR spricht CANCOM-CEO Klaus Weinmann über die weitere Expansion, sein eigenes Engagement bei der Kapitalerhöhung und weitere steigende Preise im Private-Cloud-Segment.

Herr Weinmann, Sie kommen gerade von einer internationalen Roadshow zurück. Wie zufrieden sind Sie mit der Resonanz von Seiten der Investoren?

Klaus Weinmann: Das Interesse der ausländischen Investoren ist groß. Die Tage waren gefüllt mit Terminen und die Qualität der Gespräche sehr gut. Besonders die Londoner Investoren haben den Wachstumsmarkt Cloud Computing auf dem Schirm.  

Glückwunsch zur erfolgreichen Kapitalerhöhung. Konnten Sie in diesem Rahmen auch neue strategische Investoren für Cancom gewinnen?

Wir haben auf den Roadshows natürlich auch neue Investoren getroffen. Dass über 99 Prozent der neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung über die Ausübung von Bezugsrechte platziert wurden, ist ein sehr gutes Ergebnis und zeigt das Vertrauen der CANCOM-Aktionäre in das Unternehmen.  

Seit August 2011 ist die Marktkapitalisierung CANCOMs von 80 Mio. Euro auf jetzt rund 400 Mio. Euro gestiegen. Hat die Börse damit nicht schon die Entwicklung der kommenden ein bis zwei Jahre vorweggenommen?

Jeder Aktionär sollte sich eine mögliche Investition anhand seiner persönlichen Kriterien immer genau überlegen. Der Anstieg unserer Bewertung ist meiner Meinung nach durch unsere gute Performance und Marktpositionierung gerechtfertigt, deshalb habe ich selbst 8.000 Aktien über die Kapitalerhöhung bezogen. Wir haben noch weiteres Wachstumspotenzial, was unser Geschäft angeht – somit auch der Aktienkurs.

Im dritten Quartal haben Sie eine überdurchschnittliche EBITDA-Marge von 5,6 Prozent erreicht. Damit steigt natürlich auch die Erwartungshaltung für das vierte Quartal. Können Sie dieser gerecht werden oder würden Sie die Euphorie lieber etwas bremsen?

Grundsätzlich sind wir für das Gesamtjahr und auch das traditionell stärkste vierte Quartal sehr zuversichtlich. Was ich damit sagen will ist, dass wir für 2013 ein neues Rekordjahr verzeichnen werden, dies betrifft Umsatz, EBITDA und EBITDA-Marge. Darüber hinaus wollen wir alle drei Werte dann auch in 2014 erneut übertreffen.  

Kommen wir auf Ihre Private-Cloud-Offensive zu sprechen: Konnten Sie in den letzten Wochen weitere Vertriebserfolge verzeichnen?

Die Nachfrage nach Private Cloud Implementierungen ist weiterhin sehr groß, was uns laufend neue Projekte bringt. Interessant ist dabei, dass die durchschnittliche Umsatzgröße pro Projekt steigt.

Können Sie die sprunghaft gestiegene Nachfrage noch befriedigen oder konzentrieren Sie sich im ersten Schritt auf die großen, margenstarken Aufträge?

Ja, das tun wir. Nachdem mehr Nachfrage besteht als wir momentan an Spezialisten für die Umsetzung haben, konzentrieren wir uns natürlich auf die attraktiven Projekte. Aber unser Anspruch ist, möglichst alle Kunden bedienen zu können, um einen möglichst großen Marktanteil zu sichern. Die Märkte der Zukunft werden in den kommenden Jahren verteilt und deshalb bauen wir zügig und schnell zusätzliche Ressourcen auf.

Wie bewerten Sie aktuell das Wettbewerbsumfeld im Private-Cloud-Bereich? Die große Nachfrage müsste doch verstärkt Konkurrenten anlocken, was wiederum auf die Margen drücken würde?

Natürlich möchten auch andere gerne ein Stück vom Kuchen abhaben. Derzeit gibt es aber kein Systemhaus in Deutschland, das eine vergleichbare Lösung wie die CANCOM AHP Private Cloud hat. Im Moment sehen wir aufgrund der starken Nachfrage keine Anzeichen für sinkende Preise, ganz im Gegenteil konnten wir diese in den letzten Monaten tendenziell steigern. Und der Trend zur mobilen Internetnutzung dürfte dem Markt für Cloud Dienste auch in den nächsten Jahren ein großes Volumen bescheren. Wir legen außerdem großen Wert auf eine hohe Kundenzufriedenheit und Kundenbindung und fokussieren neben unserer CANCOM AHP Private Cloud Lösung auf das Geschäft mit höherwertigen Dienstleistungen, sogenannten Managed und Remote Services. Diese Dienstleistungen sind sehr skalierbar und dementsprechend attraktiv.    

Welche Rolle spielen weitere Akquisitionen ­neben Pironet ­ in Ihren Expansionsplänen?

Der Markt ist in Bewegung und wird weiter konsolidieren. Dabei wollen wir eine aktive Rolle spielen. Für uns sind Akquisitionen im Bereich Cloud Computing und im traditionellen, klassischen Systemhaus Umfeld interessant, in beide Richtungen haben wir derzeit interessante Projekte auf dem Tisch.

Sie haben frühzeitig einen Umsatz von einer Milliarde Euro als mittelfristiges Ziel ausgewiesen. Mit den aktuellen Erfolgen müsste dieses Ziel nun doch noch wesentlich schneller als erwartet erreicht werden?

Unser Ziel von einer Milliarde Euro Umsatz ist auf organisches und akquisitorisches Wachstum ausgelegt. Die jüngsten Akquisitionen haben uns da natürlich einen Schritt weiter in die Richtung gebracht, wobei wir die Umsatzmilliarde bei einer überdurchschnittlichen Profitabilität erreichen wollen. Deshalb Akquisitionen ja, aber nicht um jeden Preis. Der Fokus liegt auf profitablem Wachstum.  

Welche Schlagzeile(n) würden Sie gerne in drei Jahren über CANCOM lesen?

Vor kurzem hatte ich in einem Interview auf die Frage gesagt, wir wollen in 10 Jahren das größte Systemhaus in Deutschland werden, was dann auch die Schlagzeile für das Interview geworden ist. Die Schlagzeile in drei Jahren kann ich Ihnen nicht sicher sagen, ich wage aber an dieser Stelle mal die Prognose, dass wir 2014 das schnellst wachsende Systemhaus Deutschlands sein werden.

Herr Weinmann, vielen Dank für das Interview.

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