Cancom
- Jochen Kauper - Redakteur

Cancom-Aktie: Investor erhöht den Anteil – droht jetzt eine Übernahmeschlacht?

Mit Karin Schick sowie dem Investor Johann Vielberth streiten sich zwei Großaktionäre um die Vorherrschaft bei Cancom. Die Aktie hat Potenzial.

Erst seit wenigen Wochen hat Cancom einen neuen Ankeraktionär. Karin Schick hat sich 10,15 Prozent an Cancom gesichert. Karin Schick ist die Tochter von Gerhard Schick, seines Zeichens Gründer des IT-Systemhauses Bechtle. Bechtle ist in der Branche hinter Computacenter die Nummer 2. Mit etwas Abstand folgt Cancom als Nummer 3.

Starker Anker

Interessanterweise hält Karin Schick neben den 10,15 Prozent an Cancom auch 35 Prozent an Bechtle. Sicherlich wäre eine Fusion von Bechtle und Cancom eine spannende Geschichte. Und Bechtle hat in den letzten Monaten das Übernahme-Tempo auch gehörig verschärft. Nach der Akquisition des Hamburger Systemhauses HanseVision griff Bechtle beim Cloud-Spezialisten Redmond Integrators zu. Es folgte Kumatronik und vor einem Monat das Systemhaus Viritim. Allerdings soll es sich bei den Beteiligungen der Familie Schick um rein private Investments handeln.

Anteil erhöht

Dennoch ist die ganze Geschichte bei Cancom unheimlich spannend. Denn, mit Investor Johann Vielberth ist ein weiterer Ankeraktionär bei Cancom an Bord. Vielberth und seine Elber GmbH haben erst vor wenigen Tagen seinen Anteil auf knapp über zehn Prozent ausgebaut. Denkbar ist, dass die Familie Schick ihren Anteil an Cancom weiter aufstockt. Möglich wäre ein Aktienpaket zwischen 20 und 25 Prozent. Über Schicks Interesse an Cancom kann nur spekuliert werden. Schick ist ein Kenner des Marktes rund um die IT-Systemhäuser. Vielleicht wird ihm seine Beteiligung an Bechtle langsam, aber sicher zu träge. Denn Cancom ist zwar kleiner, mittlerweile aber deutlich besser aufgestellt als Bechtle. Weinmann hat seine Firma auf Cloud „getrimmt". Darüber hinaus ist Cancom im lukrativen Servicegeschäft weitaus besser vertreten als Konkurrent Bechtle.

Gutes Geschäft

Cancom verdient sein Geld mit dem Verkauf von Hard- und Software-Produkten von Firmen wie Hewlett-Packard, Apple oder IBM. Dabei hat sich die Mannschaft von Klaus Weinmann auch nie an einen größeren Hersteller gebunden. Der Jahresumsatz betrug im Jahr 2012 knapp 550 Millionen Euro bei einem Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von rund 20 Millionen Euro. Damit ist Cancom hinter Computacenter und Bechtle zum drittgrößten Systemhaus in Deutschland aufgestiegen.

Einsteigen

Cancom bleibt begehrt. DER AKTIONÄR geht davon aus, dass sowohl die Elber GmbH als auch die Familie Schick ihren Anteil an Cancom erhöhen werden. Auch sollte die gute Geschäftsentwicklung der Aktie weiterhin Rückenwind verleihen. Technisch befindet sich das Papier in einem intakten Aufwärtstrend.

 

 

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