CANADA GOOSE HLDGS
- Benedikt Kaufmann

Canada Goose: Top-Performer des Sommers freut sich auf heißen Winter

Ja, es gibt sie noch, die absoluten Superbullen. Aktien, die auch in einem schwächelnden Markt eine überragende Performance liefern. Die kanadische Canada Goose aus der boomenden Bekleidungsbranche ist ein solcher Überflieger.

Es waren die Zahlen zum vierten Quartal, welche die Aktie explodieren ließen. Der Umsatz stieg um unglaubliche 144 Prozent auf 125 Millionen Kanadische Dollar – weit schneller, als die Analysten mit einem Wachstum von 51 Prozent erwarteten. Für eine weitere Überraschung sorgten die Gewinne je Aktie von 0,07 Dollar. Denn hier rechneten die Experten sogar mit einem Verlust von 0,09 Dollar.

Das überragende vierte Quartal und ein starkes Gesamtjahr hat Canada Goose insbesondere seiner Entscheidung zu verdanken, an den Kunden direkt zu verkaufen. Mittlerweile macht der Direktverkauf 43 Prozent der Gesamterlöse aus. Top, denn im Gegensatz zum Umweg über den Händler sind hier die Gewinnmargen wesentlich höher. 2015 lagen die Bruttomargen noch bei 40 Prozent – heute betragen sie 59 Prozent.

Blick in die Zukunft

Bei einem derart starken Jahresabschluss blickt die Unternehmensführung auch positiv auf das kommende Geschäftsjahr. Für das Fiskaljahr 2019 wird ein Umsatzzuwachs von mindestens 20 Prozent erwartet. Daneben sollen sich die operativen Margen weiter verbessern und zu einem Anstieg der Nettogewinne von mindestens 25 Prozent führen.

Canada Goose befindet sich aktuell voll auf Wachstumskurs. Doch der kanadische Konzern hat auch Pläne, wie in Zukunft Umsätze und Gewinne gesteigert werden können. So kündigte der Konzern Ende Mai die Expansion nach China an. Bis Winteranfang sollen zwei neue Läden in Peking und Hongkong eröffnet werden sowie der Verkauf über die Onlineshopping-Plattformen von Alibaba beginnen. Im Reich der Mitte wartet ein äußerst lukrativer Markt auf Canada Goose. Die wachsende chinesische Mittel- und Oberschicht will zeigen, welchen Wohlstand sie erreicht hat. Zwar dürften die Gewinnmargen zunächst niedriger sein als an etablierten Standorten, doch die langfristigen Chancen auf dem größten Luxusgütermarkt der Welt sind enorm. Hierfür sprechen zum einen die Wachstumsaussichten: Laut der Unternehmensberatung Bain & Company vergrößerte sich der chinesische Luxusgütermarkt im vergangenen Jahr um 20 Prozent. In diesem Jahr könnte sich das Wachstum sogar auf 22 Prozent beschleunigen. Zum anderen spricht der Erfolg der Luxusjacken-Konkurrenz für das China-Potenzial. So konnte Moncler innerhalb von fünf Jahren seine China-Umsätze von 155 auf 496 Millionen Euro steigern. Heute erwirtschaften die Italiener in Asien 42 Prozent ihrer Gesamterlöse.

Daneben sucht Canada Goose auch auf dem Heimatmarkt nach neuen Möglichkeiten. In Nordamerika sollen – rechtzeitig zur Weihnachtszeit – drei weitere Läden entstehen. Es dürfte ein heißer Winter für Canada Goose werden.

Weiterspekulieren aufs Haus

Die Aktie von Canada Goose gehört zu den Top-Performern 2018. Der Preis für das Papier ist aber trotz der starken fundamentalen Entwicklung im Laufe der Rallye stark angestiegen. Selbst für überragendes Wachstumspotenzial in China wirkt ein 19er-KGV von 80 zu teuer. Auch charttechnisch ist die Luft fürs Erste raus. DER AKTIONÄR empfahl daher bereits in Ausgabe 26/18 die Hälfte der Position zu verkaufen und mit 100 Prozent der Gewinne weiter investiert zu bleiben.

Dieser Artikel erschien bereits in DER AKTIONÄR 26/18. Zur vollständigen Ausgabe gelangen Sie hier.

 

 

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