Borussia Dortmund
- Thorsten Küfner - Redakteur

BVB: 120 Millionen Euro für Dembélé – und dann?

Die Aktie des BVB hat gestern den Sprung über den Widerstand bei 6,50 Euro geschafft und ist damit auf den höchsten Stand seit 2001 geklettert. Hauptgrund hierfür sind die Spekulationen über einen Wechsel von Mega-Talent Ousmane Dembélé zum FC Barcelona für eine dreistellige Ablösesumme. Doch was würde dem BVB der Deal bringen?

Rein finanziell wäre es für Borussia Dortmund natürlich ein starkes Geschäft. Dembélé wechselte im Sommer 2016 für 15 Millionen Euro zum Pokalsieger. Da er damals einen 5-Jahresvertrag unterschrieben hatte, dürfte sein „Wert“ in der BVB-Bilanz nun noch mit knapp 12 Millionen Euro angesetzt sein (Spieler werden in der Regel über ihre Vertragslaufzeit hin linear abgeschrieben). Bei einem Verkauf für 120 Millionen Euro würde der BVB somit einen Gewinn von mehr als 100 Millionen Euro erzielen – wobei von der Summe sicherlich noch ein Anteil an Dembélés letzten Verein Stade Rennes abfallen. Dennoch: Angesichts der Tatsache, dass der BVB etwa im Geschäftsjahr 2015/16 noch einen Gewinn von 29 Millionen Euro erzielt hatte und der gesamte Marktwert des Konzerns derzeit lediglich bei 600 Millionen Euro liegt, wäre dieser Transfer sicherlich ein Grund für eine Neubewertung der Aktie.

Sportlich ein Risiko
Rein sportlich betrachtet ist der Weggang eines der größten Talente des Weltfußballs für den BVB aber natürlich ein großer Verlust. Ohnehin ist das sportliche Risiko derzeit nicht zu unterschätzen: Die Vorbereitung unter dem neuen Trainer Bosz verlief bisher eher durchwachsen. Zudem fallen mit Reus, Guerreiro und Weigl drei Leistungsträger noch länger verletzt aus. Jetzt in nur drei Wochen noch einen adäquaten Ersatz für den Dribbelkünstler Dembélé finden zu müssen, wird eine schwierige Aufgabe für den BVB.

Mutige können weiter zugreifen
Dennoch sind die Chancen, dass man sich auch in der kommenden Saison für die Champions League qualifizieren kann, weiterhin gut und die Mannschaft ist auch ohne Dembélé gespickt mit zahlreichen starken Talenten, deren wahrer Marktwert in der Bilanz teilweise nicht ansatzweise widerspiegelt. Da es auch aus charttechnischer Sicht gut aussieht, können mutige Anleger weiterhin zugreifen.

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  • Thorsten Kempken -
    Die Folgen werden immens sein... Es wird es keinen Ersatz für einen solchen Spieler geben, der insbesondere durch seine aggressive Siegermentalität auffällt. Umso fataler ist der Fakt, dass sich BVB als "Farmteam" etabliert. Die Botschaft an den Markt ist, dass man eben nicht die höchsten Ansprüche hat, denn die CL-Qualifikation ist eben genau das nicht! Zudem sendet man damit an die kleineren Vereine, dass ihre Talente nun jenseits der 20 oder 30 Mio. Euro wert sind. Der vermeintliche Gewinn dieses Deals relativiert sich also.

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| Jochen Kauper | 0 Kommentare

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