Gold
- Marion Schlegel - Redakteurin

Bußlers Goldgrube: "Der 800 Pfund schwere Gorilla"

Der Goldpreis springt binnen weniger Minuten auf über 1.450 Dollar nach oben. War es nur ein Fat Finger-Trade? „Vermutlich“, meint Markus Bußler, Rohstoffexperte beim Anlegermagazin DER AKTIONÄR. Dennoch stellen sich einige Fragen. Wieso geschieht so etwas kurz vor dem Referendum in der Schweiz? Wieso geschieht das zu einer Zeit, als zahlreiche Länder ihre Goldreserven aus den USA zurückholen wollen?

„Das alles ist spannend, dennoch bleibe ich bei der Meinung, dass vor dem Sonntag jegliche Positionierung – ob long oder short – einem Glücksspiel gleicht“, sagt Bußler in der neusten Ausgabe der Sendung „Bußlers Goldgrube“. Am Sonntag stimmen die Schweizer unter anderem über die Vorlage „Rettet unser Gold“ ab. Bei einem Votum zu Gunsten der Initiative könnte es am Montag zu deutlichen Kursgewinnen bei Gold kommen. Fällt das Votum hingegen negativ aus – wovon nach den jüngsten Umfragen ausgegangen werden muss – könnte es noch einmal zu deutlichen Verwerfungen kommen. „Das ist sehr riskant, sich an einem solchen Glücksspiel zu beteiligen.“

McEwen Mining - ein Kauf?

Im Rahmen der Zuschauerfragen geht es um den Goldproduzenten McEwen Mining. „Rob McEwen ist eine Legende“, sagt Bußler. Eigentlich müsse man sich alleine angesichts des Namens verneigen und die Aktie kaufen. Doch die harten Fakten sprechen dagegen. Das Unternehmen kämpft nach wie vor mit hohen Kosten und einige Projekte wurden aufgrund der niedrigen Edelmetallpreise auf Eis gelegt. „Die Aktie ist nur bei steigenden Edelmetallpreisen interessant.“

Wenig begeistert zeigt sich Bußler von dem Thema Graphit. „Das wird in Kanada seit Jahren als Megatrend ausgerufen – und nie ist etwas darauf geworden.“ Zuletzt hätten die Aktien wieder einmal nach oben gezuckt, als Tesla den Bau der Mega-Factory bekannt gegeben hat. Schließlich werde Graphit für die Batterien benötigt. Doch nachhaltig sei die Bewegung nicht gewesen. Dabei gebe es durchaus spannende Projekte. Zum Beispiel habe Northern Graphite das vielleicht hochwertigste Material auf dem Markt. Doch werden diese Projekte jemals in Produktion gehen? „Ich habe starke Zweifel“, sagt Bußler. Schließlich sei der Kapitalbedarf enorm. Und auf dem Markt gebe es schon einen 800 Pfund schweren Gorilla: China. Das Land kontrolliert 75 Prozent des Graphit-Marktes. „Wer will ernsthaft zu diesem Gorilla in den Ring steigen?“, fragt Bußler.

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